Greenpeace schlägt Alarm: Französischer Atommüll sickert ins Grundwasser

Senat berät über Gesetz zu verschärften Vorschriften

Flüssiger Atommüll aus einem französischen Zwischenlager in der Champagne sickert nach Angaben von Greenpeace ins Grundwasser. Davon würden auch die Weinberge für den berühmten Schaumwein aus der Region bedroht, hieß es in einem Bericht, den die Umweltschutzorganisation dem Senat in Paris vorlegte. Demnach wurde nur zehn Kilometer von der Anlage in Soulaines entfernt radioaktiv verseuchtes Grundwasser entdeckt.

Die französische Atombehörde hat bereits vor einer Woche einen Defekt in der Anlage in der Champagne eingeräumt. Demnach kam es zu einem Riss in einem der Betonbehälter zur Aufbewahrung des Atommülls. Der Zwischenfall habe jedoch keine Umweltschäden verursacht.

Greenpeace berichtete ferner von Messungen im Umkreis eines Atommülllagers in der nördlichen Provinz La Manche an der Kanalküste. Dort sei eine Radioaktivität gemessen worden, die die in Europa zulässigen Grenzwerte 170 Mal überschreite. Der Senat beriet am Dienstagabend über eine Gesetzesvorlage, nach der Atommüll in versiegelten Spezialcontainern tief in der Erde vergraben werden soll. Die Abgeordnetenkammer hat diese Vorlage bereits gebilligt. Die Menge des Atommülls in Frankreich wird auf gut eine Milliarde Tonnen geschätzt.
(apa)