Grazer Polizei warnte versehentlich vor Sextäter: Adresse des Mannes preisgegeben

Eine "unglückliche" Warnung laut Polizeidirektion Graz Das Stadtschulamt bekam vertrauliche Informationen

Grazer Polizei warnte versehentlich vor Sextäter: Adresse des Mannes preisgegeben © Bild: APA/Neumayr

Eine "Warnung" an das Grazer Stadtschulamt vor einem wegen sexueller Belästigung von Minderjährigen vorbestraften Mann, der sich in der Nähe von Schulen niedergelassen haben soll, sorgte in der Grazer Polizei für einige Aufregung. Der Chef der sicherheits-und kriminalpolizeilichen Abteilung in der Bundespolizeidirektion Gerhard Lecker erklärte aber, dass die Nennung der Wohnadresse nicht hätte passieren dürfen. "Wir entziehen uns nicht der Verantwortung", so Lecker. Man habe die Sache intern geregelt, es werde nicht mehr vorkommen.

Laut einem Bericht der "Kleinen Zeitung" (Freitag-Ausgabe) gab es eine "unglückliche" Warnung der Polizei Graz an das Stadtschulamt.
Ein Referat der Kriminalpolizei Graz hatte vor einigen Wochen ein Schreiben an den Stadtschulrat verschickt, in dem darauf aufmerksam gemacht worden war, dass in der Umgebung von Schulen Zettel aufgetaucht seien, mit denen jemand offenbar mit Minderjährigen in sexuellen Kontakt treten wollte. Daraufhin habe man die zuständige Behörde sensibilisieren wollen. "Präventivgeschichten" und Sensibilisierung kämen öfter vor, so Lecker, "es gehen ja öfter auch Beamte in die Schulen", um etwa Bewusstsein über Drogengefahren zu schaffen.

Der Passus mit der Straße, in der der bewusste Mann wohne, sei nicht zur Weitergabe, auch nicht an die Schulen bestimmt gewesen. Dies bringe ja nichts. Mit den zuständigen Beamten habe es ein Gespräch gegeben, so Lecker. Aber Präventivgeschichten seien auch eine Polizeimaßnahme: "Wir warnen ja auch, wenn in einer Gegend verstärkt Trickdiebe auftreten", so Lecker. (apa/red)