Grazer Mesner vergewaltigte Ministranten: Zu drei Jahre unbedingter Haft verurteilt

Übergriffe fanden in der Wohnung des Buben statt 10 Mal misshandelt: "Jetzt halt still, sonst fangst eine"

Dem Mesner einer Grazer Pfarre wurde vor einem Schöffengericht (Vorsitz: Karin Kohlroser) vorgeworfen, einen 13-jährigen Ministranten sexuell belästigt und zuletzt sogar vergewaltigt zu haben. Die Übergriffe fanden meist in der Wohnung des Buben statt. Der Beschuldigte wurde zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Bub stammt aus schwierigen familieren Verhältnissen und wurde schon vor einigen Jahren bei einer Pflegefamilie untergebracht. Diese war in einer Grazer Pfarre sehr engagiert, also ging auch das Kind dort aus und ein. Er wurde mit acht Jahren sogar Ministrant. 2004 - der Bub war damals erst 13 Jahre - begann der Mesner der Kirche mit massiven sexuellen Übergriffen. Der 39-Jährige nützte seine Bekanntschaft mit der Familie des Opfers aus, und "besuchte" den 13-Jährigen gerne in dessen Schlafzimmer.

"Jetzt halt still, sonst fangst eine", soll er dem Buben gedroht haben, bevor er ihn vergewaltigte. Das Opfer ließ laut Anklage zwischen zehn und 15 solcher Übergriffe über sich ergehen, bis es sich zuerst dem Firmpaten und dann der Mutter anvertraute.

"Wie konnte es so weit kommen?", wollte Richterin Karin Kohlroser vom Angeklagten wissen. "Das kann ich mir auch nicht erklären", meinte der Befragte, der sich für schuldig erklärte. Der Psychiater bescheinigte ihm eine "Störung der Sexualpräferenz" sowie eine "Neigung zu Pädophilie", stellte aber abschließend eine eher günstige Prognose. "Er hat eine Vertrauensstelle ausgenützt", führte Staatsanwältin Christin Amschl erschwerend ins Treffen.

Der Grazer wurde zu drei Jahren Haft verurteilt und erbat sich Bedenkzeit. Die Pfarre zog ihrerseits die Konsequenz: Sie verhängte ein Hausverbot - für den Buben.

(apa/red)