Graz-Wahl 2012 von

SPÖ im Schock

Lange Gesichter und offene Enttäuschung bei Voves, Schröck und Co.

Franz Voves © Bild: APA/Leodolter

Lange Gesichter und offene Enttäuschung waren nach der ersten Hochrechnung in der Parteizentrale der SPÖ in Graz zu vernehmen. "Ich sag' es ehrlich, ich bin traurig", so Spitzenkandidatin Martina Schröck angesichts eines neuerlichen Stimmenverlusts. Landeshauptmann und Landesparteichef Franz Voves meinte ebenfalls enttäuscht: "Die Grazer SPÖ hat einen tiefen Boden gefunden, aber ich glaube sie hat ihn nun gefunden."

Der anfänglich gute Stimmung in der SPÖ-Zentrale in Eggenberg wich nach dem Bekanntwerden der ersten Zahlen Überraschung und Entsetzen. Schröck, die gegen 16.00 Uhr gekommen war, tauchte kurz vor der ersten offiziellen Hochrechnung unter und stellte sich erst wieder püntklich um 17.00 Uhr den Parteigenossen und Medien: "Ich bin enttäuscht, aber der Zustand der Partei vor einem Jahr war katastrophal. Die Partei war am Boden und bei dem Ergebnis ist klar: Sie ist noch nicht gesund."

Hoffen auf die "Samenkörner" für 2017

Trotz des "bitteren" Ergebnisses seien viele Junge zur Partei geholt worden, die nun die Basis seien, von der aus man weiterarbeiten wolle: "Wir werden 2017 ganz sicher um die Nummer eins kämpfen", versicherte Schröck. Die "Samenkörner" seien gesetzt, aber es dauere Zeit. "Wir werden die Fehler der Vergangenheit nicht mehr machen", erklärte die Partei-Chefin und sprach damit an, sich nicht mehr nach einer Wahl zurückzuziehen und erst wieder eineinhalb Jahre vor der nächsten Wahl mit den Leuten zu reden.

Keine Führungsdiskussion

Auch Voves verbarg seine Enttäuschung nicht. Er glaube aber an Schröck und ihr neues Team: "Ich bin optimistisch für 2017. Sie hat großes Potenzial." Schröck habe in so kurzer Zeit nicht ausmerzen können, was in zwei Jahrzehnten den Bach hinuntergegangen sei. Eine Führungsdiskussion zeichne sich seiner Meinung nach nicht ab.

"Der Grazer SPÖ ist in den letzten Jahrzehnten abhanden gekommen, an den Sorgen der Menschen dran zu sein", sah Voves als Ursache für die Wahlniederlage. Der Stimmenzuwachs der KPÖ signalisiere, dass die SPÖ da Fehler gemacht habe.

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