Graz von

Missbrauch in Jugend-WG

Drei 17-Jährige schuldig gesprochen - Opfer jahrelang sexuell missbraucht

Featurebild zum Thema Missbrauch © Bild: Thinkstock.de

Vor dem Grazer Straflandesgericht sind am Freitag jene sexuellen Übergriffe verhandelt worden, die sich in einer städtischen Jugend-Wohngemeinschaft abgespielt haben sollen. Die drei angeklagten 17-jährigen Burschen wurden schuldig gesprochen. Sie sollen über Jahre hinweg vier Mädchen sexuell missbraucht haben.

Die Vorfälle flogen auf, als sich eines der erst zwölfjährigen Opfer der Mutter anvertraute. Alle drei Burschen waren geständig und müssen nun eineinhalb bis zwei Jahre in Haft. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Mit Handy mitgefilmt

Die Übergriffe sollen Anfang 2010 begonnen und drei Jahre lang gedauert haben. Die heute 17-jährigen Beschuldigten stammen aus Österreich, der Dominikanischen Republik und Brasilien und waren mit den Mädchen zusammen in der Wohnung untergebracht. Die zur Tatzeit neun- bis elfjährigen Opfer sollen teilweise gemeinsam missbraucht worden sein. "Sie haben sich unmittelbar nacheinander an den Mädchen vergangen, teilweise auch gemeinsam, indem die anderen das Opfer festgehalten haben", schilderte Anklägerin Katharina Tauschmann die Taten. Dabei hätten sie "gelacht und sich amüsiert, teilweise auch mit dem Handy gefilmt."

Eines der Mädchen erzählte schließlich seiner Mutter von den Vorfällen, und so kam alles ans Licht. Wie kompliziert der Fall ist, zeigt die Tatsache, dass die Staatsanwältin trotz aller Leiden der Mädchen betonte: "Es geht nicht nur um die Opfer, sondern auch um die Täter" und verwies auf die Vorgeschichte der Burschen, die von Gewalt und desolaten Verhältnissen geprägt ist.

Angeklagten bekannten sich schuldig

Alle drei bekannten sich von Anfang an schuldig und haben zur Aufklärung des Falls beigetragen. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Verfahren bestätigte die Vorwürfe aus den Ermittlungen, weshalb in allen drei Fällen Schuldsprüche im Sinne der Anklage gefällt wurden. Zwei der Burschen müssen für zwei Jahre unbedingt in Haft, der dritte 17-Jährige bekam eineinhalb Jahre Haft. Zwei der Jugendlichen akzeptierten ihre Strafe sofort, der dritte bat sich drei Tage Bedenkzeit. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

Kommentare

Oberon

Höchststrafe für die leider noch nicht 18 Jahre alten Jugendlichen und kein Verständnis für die schwere Kindheit, die Andere auch haben und trotzdem keine Vergewaltiger werden.

Oberon

Es handelt sich hier um eine betreute Wohngemeinschaft. Was genau wird denn da betreut? Die Kinder und Jugendlichen offensichtlich nicht. Wie viel Wurschtigkeit der Erzieher muss vorhanden sein, um einen über einen längeren Zeitraum stattfinden Missbrauch nicht zu bemerken?
Sozialarbeiter sollte nur der werden, dem Menschen am Herzen liegen
und keiner, der keinen anderen Job gefunden haben!

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