Grausiger Fund in Mödling: 89-Jährige lag seit mehreren Monaten tot in ihrer Wohnung

Ableben offenbar nicht verhindert: 56-Jähriger in Haft Arbeitsloser wollte Pension weiterhin kassieren

Einen grausigen Fund machten Polizisten in Mödling. In einer Wohnung fanden sie - im Bett liegend - die mumifizierte Leiche einer 89-jährigen Frau. Sie soll bereits im Februar verstorben sein. Ein 56-jähriger Arbeitsloser, der die Pensionistin betreut hatte, steht nun unter Verdacht, das Ableben der Frau nicht verhindert zu haben. Er wurde festgenommen.

Seit dem Tod ihres Mannes wurde die 89-Jährige von einem "Freund der Familie" betreut, wie die NÖ Sicherheitsdirektion berichtete. Dieser soll aber den Kontakt zur Familie verhindert haben - weshalb ein Sachwalter bestellt wurde. Er sollte den Gesundheits- und Geisteszustand der Pensionistin überprüfen. Außerdem hatten die Behörden seit Monaten versucht, der Frau Schriftstücke zuzustellen, seit Jänner gab es kein Lebenszeichen von der Pensionistin. Als dem Sachwalter jedoch nicht geöffnet wurde, forderte er die Unterstützung der Polizei an.

Gegen 11.00 Uhr brachen schließlich acht Mitglieder der Feuerwehr die Wohnungstür auf. Den Einsatzkräften schlug sofort Verwesungsgeruch entgegen. Im Vorraum stand der 56-jährige Arbeitslose, der noch versuchte, die Beamten am Betreten der Räumlichkeiten zu hindern, in dem er ihnen den Weg versperrte.

Als sich die Polizisten Zugang zum Wohnzimmer verschafft hatten, fanden sie dort auf dem Bett liegend die mumifizierte Leiche der 89-Jährigen. Der "Freund der Familie" gab an, dass die Frau bereits Anfang Februar vorstorben sei. Sie habe ab Jänner keine Nahrung mehr aufnehmen können, ärztliche Hilfe aber abgelehnt. Diesen Wunsch habe er respektiert, sagte der Verdächtige.

Der 56-Jährige unterließ es auch, eine Todesanzeige zu machen, da er die Pension der Verstorbenen weiterhin kassieren wollte. Er wurde verhaftet und in die Justizanstalt beim Landesgericht Wiener Neustadt eingeliefert.

(apa/red)