Grauenhafter Anschlag im Irak: Bombe auf Fußballplatz tötet 18 unschuldige Kinder!

Mehrere Tote auch durch Autobombe in Bagdad Attentat auf Mossuls Polizeihauptquartier

Ramadi liegt im so genannten sunnitischen Dreieck, das sich westlich und nördlich von Bagdad erstreckt, in der Unruheprovinz Al Anbar, einer Hochburg des Widerstands gegen US-Truppe. Gleichzeitig bekämpfen sich dort rivalisierende sunnitische Gruppen. Religiöse Extremisten haben im Irak auch in der Vergangenheit immer wieder Fußballplätze angegriffen und Sportler ermordet. In den Augen der Fanatiker sind sportliche Betätigungen "un-islamisch". Fußball ist aber unter den meisten irakischen Jugendlichen außerordentlich beliebt.

Die Gewalt gegen Zivilisten und Polizisten riss auch in anderen Teilen des Iraks nicht ab. Mindestens acht Polizeibeamte kamen in der nordirakischen Stadt Mossul ums Leben, als sich ein Selbstmordattentäter mit seinem Wagen vor ihrer Wache in die Luft sprengte. Weitere 38 Menschen erlitten Verletzungen, meldete die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak. Ein weiterer Selbstmordattentäter riss am Eingang eines Bauunternehmens in der Nähe von Mossul drei Menschen in den Tod. In Bagdad starben durch eine Autobombe sowie durch einen Sprengsatz in einem Restaurant insgesamt fünf Menschen.

Irakische Sondereinheiten und US-Soldaten durchsuchten die Bagdader Schiiten-Vorstadt Sadr-City, eine Hochburg des radikalen schiitischen Predigers Muktada al-Sadr. Dabei nahmen sie 16 Personen fest, die Fraktionen von Al-Sadrs Miliz, der so genannten Mahdi-Armee, angehören sollen.

Das irakische Kabinett beschloss unterdessen nach wochenlangen Beratungen den Entwurf eines neuen Öl-Gesetzes. Danach sollen die Öl- und Gas-Einnahmen in einen zentralen Fonds fließen, sagte Ministerpräsident Nuri al-Maliki vor Journalisten in Bagdad. Die Gelder des Fonds würden dann auf die 18 Provinzen gemäß der Bevölkerungszahl aufgeteilt, erläuterte Al-Maliki. Die Bestimmung soll es auch den sunnitischen Politikern, deren Provinzen über keine nennenswerten Vorkommen verfügen, ermöglichen, für die Vorlage zu stimmen.

Mit der geplanten Neuregelung werden nach den Worten des Regierungschefs "die Bürger des Iraks zu den hauptsächlichen Besitzern des Öl- und Gasreichtums". Mit Reserven im Umfang von 115 Milliarden Barrel verfügt der Irak über die drittgrößten Erdölvorkommen der Welt. Die vom Kabinett angenommene Vorlage muss noch vom Parlament verabschiedet werden. Der Entwurf sieht keine explizite Privatisierung der Ölindustrie vor. Er setzt aber jene starke regionale Dezentralisierung um, wie sie auch in der 2005 in einer Volksabstimmung gebilligten und von den Sunniten abgelehnten Verfassung enthalten ist.

(apa/red)