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Grasser/Buwog: Gutachten wirft Medien Vorverurteilung und Rufmord vor

Gutachten im Auftrag von Grasser, Meischberger und Plech erstellt

Zwei Wochen vor dem - geplanten - Prozessbeginn gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und 14 weitere Angeklagte haben die Anwälte Grassers, Manfred Ainedter und Norbert Wess, ein Gutachten zum medialen Umgang mit der Causa präsentiert. Der deutsche Anwalt Ralf Höcker wirft den Medien darin "Vorverurteilung" und "Rufmord" vor, wie er bei einer Pressekonferenz in Wien erläuterte.

Das Gutachten wurde von Grasser sowie seinen Mitangeklagten Walter Meischberger und Ernst Plech in Auftrag gegeben und befasst sich auf über 500 Seiten mit rund 1.000 Beiträgen aus Zeitungen, Zeitschriften und Internetportalen, Auszügen aus Hörfunk- und Rundfunksendungen, einem Dutzend Bücher sowie Fotos und Mitschnitten von Veranstaltungen. Höcker hat das Gutachten gemeinsam mit der Rechtsanwältin Anja Wilkat verfasst.

"Wir hatten Vorverurteilungen bis zum 'geht nicht mehr'", sagte Höcker. "Dass die Herren Grasser, Meischberger und Plech nichts Unrechtes gemacht haben, daran dürfte in diesem Land niemand mehr glauben." Ob das Strafverfahren in diesem Zusammenhang überhaupt noch fair sein könne, bleibe abzuwarten - "wir meinen nicht", so der Deutsche, und deutete ein Rechtsmittel gegen eine allfällige Verurteilung an. "Es könnte sehr eng werden, diesmal für die Republik Österreich".