Karl-Heinz Grasser von

Fette Nachzahlung

Finanz bittet Grasser zur Kasse: Soll 5,4 Millionen Euro Steuern nachzahlen

Karl-Heinz Grasser © Bild: APA/Neubauer

Dem ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser stehen offenbar empfindliche Steuernachzahlungen ins Haus. Am 14. Februar wurden ihm vom zuständigen Wiener Finanzamt neue Einkommensteuerbescheide für die Jahre 2003 bis 2010 zugestellt, berichtet das "profil". Gefordert werden darin 5,4 Millionen Euro. Grasser hat die Bescheide zwischenzeitlich angefochten und damit vorerst einen Zahlungsaufschub erwirkt.

Von den 5,4 Millionen entfallen 4,95 Millionen Euro auf die Einkommensteuer sowie 462.375 Euro auf so genannte Anspruchszinsen. Die Finanzverwaltung sieht es als erwiesen an, dass Grassers Stiftungskonstruktionen in Liechtenstein nebst angeschlossenen Briefkastenstrukturen auf Zypern und den Britischen Jungferninseln darauf ausgerichtet waren, die Honorare aus seinem Meinl-Engagement den "österreichischen Besteuerungsgrundlagen" zu entziehen. Zwischen 2007 und 2010 flossen an Grasser alleine aus seiner Tätigkeit für Meinl insgesamt 8,949 Millionen Euro, wovon gegenüber der österreichischen Finanz lediglich 3,375 Millionen Euro deklariert und versteuert wurden.

"Wollte nie Steuern hinterziehen"

Weiters geht die Finanz davon aus, dass auch jene 500.000 Euro, die Grasser zwischen 2005 und 2006 vorgeblich von seiner Schwiegermutter übernommen und für diese veranlagt hatte, ihm selbst zuzurechnen sind, ebenso die daraus erzielten Gewinne. Auch dafür soll Grasser nun Einkommensteuer bezahlen. Grasser beharrt jedoch im "profil" darauf, redlich gehandelt zu haben: "Ich habe keine Steuern hinterzogen und wollte das auch nie." Die Verantwortung für das Stiftungskonstrukt und für die von der Finanz monierte unvollständige Offenlegung trage ausschließlich sein früherer Steuerberater Peter Haunold von Deloitte, der dies gegenüber "profil" nicht kommentieren wollte.

Polit-Comeback möglich?

Trotz der gegen ihn laufenden Ermittlungen hätte der frühere Finanzminister Karl-Heinz Grasser bei einem Polit-Comeback nach wie vor Chancen. Sollten die Vorwürfe gegen ihn fallen gelassen werden, könnten sich immerhin 13 Prozent der Österreicher vorstellen, Grasser zu wählen. Das zeigt der "ATV Österreich-Trend", eine aktuelle Umfrage von Meinungsforscher Peter Hajek im Auftrag von ATV unter 500 wahlberechtigten Österreichern. Am ehesten von seiner Unschuld überzeugt sind Wähler von ÖVP, FPÖ und Team Stronach.

Kommentare

Geldvernichtung hat Grasser betrieben. Gibt es tatsächlich in Österreich Leute, die einen Straftäter laufen lassen wollen, nur weil die Ermittlungen zu teuer sind? Schauen sie sich einmal das neue Doppelbesteuerungsabkommen (das KHG verantwortet) mit der Schweiz an. Seit 2006 verliert Österreich dadurch jährlich ca. 20 Mio Euro??????? Bin gespannt, ob Fekter soviel von der Schweiz bekommt.

Selbst wenn die 5,4 Mill. Euro gerechtfertigt sind - ich hätte gerne gewusst, was die komplette Kausa KHG bisher gekostet hat! Das Ganze zieht sich nun schon über Jahre und beschäftigt schon ein Heer von Anwälten, Richtern und untersuchenden Beamten. Das Verhältnis von diesen Kosten zu den nun eingeforderten 5,4 Mill. Euro wäre sehr interessant! Ich würde es als Geldvernichtung bezeichnen !

Urlauber2620

Und der Vater von Steffi Graf musste für dieses Delikt für 5 Jahre ins Gefängnis ohne Bewährung.Manche sind eben gleicher.

Oliver-Berg

Die Geldstrafe für den Ex-BM wird noch das kleinere Übel sein, wenn man ihm bei BUWOG Korruption nachweisen kann, dann wandert er wie Ernst Strasser in den Knast. Fiona war schon 1 x vor KHG mit einem Finanzjongleur verheiratet. Die hat also Erfahrung in solchen Dingen. Es ist nicht alles Kristall was glänzt.

Oliver-Berg

Man darf auf die Berufung von KGH gespannt sein, wahrscheinlich hat er nur die Werbungskosten fürs Föhnen, die geschenkten Anzüge von Hilfinger und andere Ausgaben mit Einnahmen verwechselt. Es gilt wie immer die Schönheits- und Unschuldsvermutung. Die Enttarnung als Steuerbetrüger und der damit verbundene No-Go für eine weitere Politkarriere wiegen genauso schlimm wie die Geldstrafe.

brauser49

5,4 Mio - Einspruch - jahrelanges Verfahren - wenn (wir) 3 Mio davon jemals erhalten besuche ich freiwillig Swarovskis Kristallwelten !

Nur zur Erinnerung, unter der ÖVP und dem damaligen FPÖ- Finanzminister Grasser wurde die Verjährungsfrist (nicht für Arbeiter u. Angestellte) für Steuern verkürzt.........Warum wohl??!! Jetzt wissen wir es........

Ach der Arme! Aber kann er das nicht eh aus der Portokasse bezahlen?

wheeler1

Ab in den Häfen und brennen auf Lebenszeit...das gebührt dir Grasser... Aber die Fiona wirds schon richten...mit ihren Millionen

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so wie es aussieht wird es kein Gefängnis geben, aber die Geldstrafe wird sicher noch mehr weh tun.

andy1911
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Geldstrafe soll ihm mehr wehtun als gefängniss???

"ohne Worte"

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@andy - auch wenn Ihnen die Worte fehlen auf meine Ansage.Ich denke der Herr Grasser wird beim Geld das man ihm nimmt mehr leiden.Denn Sie glauben doch nicht ERNSTHAFT - das der Herr Grasser nur einen Tag sitzen wird. Wenn ja, dann sage ich mal auch - OHNE WORTE!

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