Grasser-Prozess von

Nächste Verzögerung
im Grasser-Prozess

Grasser © Bild: APA/Helmut Fohringer

Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und 13 weitere Angeklagte kommt es zur nächsten Verzögerung. Nachdem vergangenen Donnerstag wegen der Erkrankung des beisitzenden Richters der zehnte Verhandlungstag abberaumt wurde, fallen diese Woche beide Verhandlungstage am Mittwoch und am Donnerstag (17. und 18. Jänner) aus.

Grund dafür ist laut Wiener Straflandesgericht ein "akuter familiärer Notfall in der Familie eines Angeklagten". Nähere Angaben zur Person oder zu den Umständen macht das Gericht nicht, hieß es in der Aussendung von Dienstagnachmittag.

Die nächsten Verhandlungstage im Prozess rund um Korruptionsverdacht u.a. bei der Privatisierung der Bundeswohnungen (Buwog) finden planmäßig nächste Woche, vom 23. bis 25. Jänner im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Straflandesgerichtes statt.

Teilgenständis Hocheggers

Zuletzt war der viertangeklagte Ex-Lobbyist Peter Hochegger von Grassers Anwälten befragt worden, nun ist der Anwalt des zweitangeklagten Walter Meischberger im Fragemarathon an der Reihe. Hochegger hat bisher als einziger der 15 Angeklagten - davon ist Ex-RLB Oberösterreich-Chef Ludwig Scharinger allerdings verhandlungsunfähig - ein Teilgeständnis abgelegt und belastet Grasser und Meischberger schwer.

Grasser soll vom Honorar für Informationen zur Privatisierung der Bundeswohnungen (Buwog) Millionen eingestreift haben. Grasser und Meischberger weisen die Vorwürfe wegen Bestechung und Amtsmissbrauch des Ministers zurück.

Der Prozessverlauf im Überblick

1. Verhandlungstag: Rundumschlag der Verteidiger
2. Verhandlungstag: Republik will 9,8 Millionen Euro zurück
3. Verhandlungstag: Plädoyer von Grasser-Anwalt Wess
4. Verhandlungstag: Hochegger belastet Grasser massiv
5. Verhandlungstag: Grasser äußert sich zu Hocheggers Teilgeständnis
6. Verhandlungstag: Hochegger: "War Teil dieses Systems"
7. Verhandlungstag: Hochegger-"Scheinrechnungen" & "Briefkastenfirmen"
8. Verhandlungstag: "Ohne Karl-Heinz hätten wir das nicht geschafft"
9. Verhandlungstag: "Peter, wir gewinnen das"

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