Grandioses Finale der Ski-WM: Österreichs Asse holen überlegen Gold im Team-Bewerb!

Damit auch Platz eins im Medaillenspiegel gesichert! ÖSV mit Raich, Schild, Götschl, Strobl, "Kirchi" & Matt<br>Silbermedaille für Schweden, Bronze an die Schweiz

Dank des perfekten Abschluss-Wochenendes mit Slalom-Gold und Team-Gold hat Österreich auch noch den Sprung an die Spitze der Medaillenwertung geschafft. Das ÖSV-Team beendete die Titelkämpfe mit jeweils drei Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen und fing damit die schwedischen Lokalmatadore (3/2/2) noch ab.

Ende gut, alles gut
"Wir haben unser Ziel erreicht, wir haben die Medaillenwertung gewonnen. Das war unser großes Ziel. Gratulation an die ganze Mannschaft, Läufer und Trainer haben bestens zusammengearbeitet", freute sich Alpinchef und Teamkapitän Hans Pum.

Kurzweiliger WM-Abschluss
Wie in Bormio 2005 bei der Premiere des Bewerbs, als Deutschland überraschend vor Österreich triumphiert hatte, war der Team-Event eine echte Bereicherung für die WM. Es war ein "Gute-Laune-Bewerb" mit Betonung des Teamgefühls. Zudem gab es interessante direkte Vergleiche zwischen den Geschlechtern, denn Damen und Herren fuhren ja auf derselben Strecke. Und die Goldene bekamen die Österreicher von Schwedens König Carl XVI. Gustaf umgehängt.

Benni busselt Marlies ab
"Es ist spannend und macht Spaß", freute sich Schild, die mit ihrer Slalom-Bestzeit für die vorzeitige Entscheidung sorgte. Als Belohnung gab es im Ziel ein Siegerküsschen vom "Teamkollegen" und Freund Benni Raich, der nun zwölf Medaillen bei Großveranstaltungen abgeräumt hat. "Es ist schon ein anderes Gefühl und eine andere Belastung, wenn man fürs Team fährt. Man will es halt auch nicht vermasseln", betonte Schild.

Schröcksnadels Auftrag erfüllt
Was diese Goldene wert ist, drückte "Speed-Queen" Götschl so aus: "Der Teambewerb hat eine große Bedeutung. Wir Österreicher sind die Ski-Nation schlechthin, deswegen musste diese Goldene unser großes Ziel sein. In Bormio hatten wir es nicht geschafft, jetzt haben wir das wieder gut gemacht." Auch ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hatte vor seiner Abreise den Auftrag hinterlassen: "Ich erwarte mir Gold."

Drei Bestzeiten im Super G
Der Grundstein zu Gold wurde im Super G gelegt - in eindrucksvoller Manier. In den ersten drei Rennserien zeigten Renate Götschl, Fritz Strobl und Michaela Kirchgasser mit ebenso vielen Bestzeiten, dass es dem "Power Team" diesmal sehr ernst war. Benjamin Raich legte einen zweiten Platz nach, damit führte Österreich zur "Halbzeit" mit 5 Punkten überlegen vor Kanada (15) und der Schweiz (17).

"Alle Läufer waren sehr gut eingestellt und haben eine super Leistung gebracht", freute sich Pum nach dem perfekten Start. Damit hatten die ÖSV-Aktiven im Slalom einen beruhigenden Polster. Doch auch im Slalom war Rot-Weiß-Rot konstant stark: Platz vier für Kirchgasser, Raich und Matt und Platz eins für Schild,

Würdiger Abschied für Strobl
Strobl war sogar extra für den Bewerb und seinen Super-G-Auftritt wieder nach Aare eingeflogen worden. "Ich habe die Pause genützt, um frische Kräfte zu sammeln." Das Rennen sah er dann "als Training", die Bedeutung des Teambewerbs und das dadurch entstehende Mannschaftsgefühl strich aber auch der Super-G-Silber-Gewinner hervor: "Man steht nicht nur für sich am Start, das ist schon ein besonderes Gefühl." Für Strobl war es bei seinem letzten WM-Auftritt ein würdiger Abschied.

Matts Lauf hatte nur Show-Charakter
Matt hatte zwar seine Slalom-Goldene ohnehin ausgekostet, eigentlich hätte er den Teambewerb aber auch gänzlich ohne Schlaf bestreiten können. Denn seine Fahrt war bereits ohne Bedeutung. "Ich bin extra früher heimgegangen, aber das hätte ich mir eigentlich sparen können", meinte Matt lachend.

Endstand (nach je 4 Serien im Super G & Slalom):
Gesamt Super G Slalom
1. Österreich 18 1,1,1,2=5 4,4,1,4=13
2. Schweden 33 4,8,4,7=23 1,2,2,5=10
3. Schweiz 39 11,3,2,1=17 2,5,4,11=22
4. Finnland 49 6,11,5,11=33 5,6,3,2=16
5. Frankreich 51 2,6,6,9=23 9,11,7,1=,28
6. Kanada 51 7,2,3,3=15 10,8,11,7=36
7. Deutschland 54 8,9,7,5=29 3,11,5,6=25
8. Italien 55 5,3,9,6=23 6,9,6,11=32
9. Tschechien 57 11,7,8,11=37 8,1,8,3=20
10. Slowenien 58 3,5,10,8=26 7,3,11,11=32
11. USA 77 11,11,11,4=37 11,7,11,11=40

(apa/red)