Grand Prix Monte Carlo von

Berger tippt auf Alonso

Wahl-Monegasse findet den bisherigen Verlauf der F1-Saison "hochinteressant"

Grand Prix Monte Carlo - Berger tippt auf Alonso © Bild: Reuters

Gerhard Berger kann mit den Kritikern an der derzeit turbulenten Formel 1 nichts anfangen. "Das sind dieselben, die gejammert haben, als Michael Schumacher jedes Rennen gewonnen hat", sagte der ehemalige Formel-1-Fahrer und Teamchef anlässlich des bevorstehenden Grand Prix von Monaco. Dort kann ein neuer Rekord in der 63-jährigen Geschichte der Königsklasse passieren, wenn auch das sechste Saisonrennen einen neuen Sieger bringt.

Basierend auf den (Pirelli-) Reifen steuert der Motorsport-Weltverband (FIA) die Formel 1 heuer besonders stark in eine Richtung, die Voraussagen unmöglich machen. Gab es noch im Vorjahr Seriensiege und eine vorzeitige WM-Entscheidung durch Sebastian Vettel, hat 2012 zur Freude der Fans jedes bisherige Rennen auch ein neues Siegergesicht gebracht. Zuletzt triumphierte in Barcelona sogar Außenseiter Pastor Maldonado im Williams.

Spannungsaufbau dank Pirelli-Reifen
Grund für die aktuellen Irritationen sind die zwecks Spannungsaufbau auf ganze enge Funktionsfenster zugeschnittenen Pirelli-Pneus, was von den meisten Teams noch nicht komplett "verstanden" wird. In Monaco stellte Pirelli nach einem "Kochduell" zwischen den Fahrern Jenson Button (McLaren) und Romain Grosjean (Lotus) ein Buch vor, in dem eine gewagte Querverbindung zwischen Küchenrezepten und Reifenmischungen hergestellt wird.

Gute Reifen seien wie ein gutes Risotto, heißt es darin. Beide seien das Ergebnis perfekter Zutaten und deren harmonischer Mischung. Und sie müssten auf den Verbraucher bzw. Konsumenten zugeschnitten sein, hieß es in einer Aussendung des Reifenherstellers. Das tun zweifellos auch die Reifen, derzeit aber noch überproportional für die Zuschauer und nicht für die vielfach schon genervten Teams.

So ist die einzige Verbindung zwischen Auto und Straße zum derzeit spielentscheidenden Faktor geworden, die meisten Teams konnten bisher ihre Asse in diesem Spiel aber höchstens punktuell ausspielen. Zu viele Faktoren spielen mit, u.a. auch das Nachtankverbot, womit die Autos deutlich schwerer geworden sind.

Lauda fordert "Rückkehr zur Normalität
Experten wie der dreifache Formel-1-Weltmeister Niki Lauda haben daher bereits den "Rückkehr zur Normalität" gefordert, Red-Bull-Cef Dietrich Mateschitz hatte die Situation kürzlich in den "SN" sogar als "Roulette" bezeichnet. Den Spannungseffekt begrüßte Mateschitz aber ausdrücklich.

Berger sieht das ähnlich. "Die Saison verlief doch bisher hoch interessant", sagte der Tiroler, der in Monaco hauptsächlich wieder auf seiner Jacht lebt. "Das Feld hat sich zusammengeschoben und das ist gut so." "Man konnte schon bisher kaum sagen, wer am Wochenende vorne. In Monaco kann man das zwei Mal nicht", ergänzte der 53-Jährige.

"Ich glaube an Fernando Alonso"
Allerdings, so Berger, spielen in Monaco die Fahrer eine größere Rolle als anderswo. "Die Guten sind hier immer die gleichen. Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Michael Schumacher. Und wahrscheinlich dürfen wir hier auch Maldonado nicht unterschätzen, er ist ein Stadt-Spezialist und hier immer gefahren", glaubt Berger. Sein persönlicher Tipp lässt aber auf eine alleinige WM-Führung nach dem Rennen schließen. Berger: "Ich glaube an Fernando Alonso."