Gorbachs Experiment gescheitert: Faymann
verordnet Aus für Tempo 160 auf der A10!

Ab jetzt müssen Raser wieder runter vom Gas Minister: Sicherheitsrisiko und unnötige Belastung

Gorbachs Experiment gescheitert: Faymann
verordnet Aus für Tempo 160 auf der A10!

Die Tempo-160-Versuchsstrecke auf der Tauernautobahn (A 10) zwischen Paternion und Spittal Ost in Kärnten wurde aufgehoben. Ab jetzt gilt auf dem Autobahnabschnitt wieder Tempo 130 als Höchstgeschwindigkeit. 160 senke die Verkehrssicherheit und sei eine unnötige zusätzliche Belastung für die Umwelt, erklärte Verkehrsminister Werner Faymann in einer Aussendung. Die von BZÖ-Minister Hubert Gorbach im Vorjahr verordnete Teststrecke war von Anrainern, Umweltorganisationen und anderen politischen Parteien immer heftig kritisiert worden.

Alleine der Anhalteweg bei Bremsmanövern verlängere sich bei 160 km/h um rund 45 Prozent. Um sicher anhalten zu können müsse ein doppelt so großer Sicherheitsabstand eingehalten werden, das Unfallrisiko steigt um 30 Prozent, hieß es in der Aussendung des Ministers. Der Treibstoffverbrauch steige um 25 Prozent, die CO2-Emissionen um rund 27 Prozent.

Die auf der 12,6 Kilometer langen Teststrecke installierte Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) wird nun abgebaut und am Abschnitt Katschberg Süd bis Gmünd wieder errichtet. Dort wird ab Anfang kommenden Jahres das jetzt ständig verordnete Tempolimit von 110 km/h durch ein flexibles Limit bis maximal 130 km/h ersetzt. Im Falle der Überschreitung von Lärmgrenzen kann - je nach Bedarf - reguliert werden.

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hatte die von Hubert Gorbach verordneten 160-Stundenkilometer-Tests als "teuer und kontraproduktiv" bezeichnet. Greenpeace und der Spittaler Bürgermeister Gerhard Köfer organisierten aus Protest gegen das seit 2. Mai 2006 geltende höhere Tempolimit sogar Blockaden auf der Autobahn. Die politischen Reaktionen auf das Experiment Gorbachs reichten von "Wahnsinn" (Kärntens ÖVP-Chef Josef Martinz) bis zu "Nonsens" (SPÖ-Verkehrssprecher Rudolf Schober) und "Sinnlosigkeit" (Grünen-Landessprecher Rolf Holub).

BZÖ fordert Aufhebung von Tempolimits
Das BZÖ hat die Aufhebung von Tempolimits auf österreichischen Autobahnen nach deutschem Vorbild gefordert. BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz befand den Testlauf als einen Versuch, der äußerst erfolgreich verlaufen sei. "Es ist nicht einzusehen, dass man die österreichischen Autofahrer nicht für gleich mündig befindet, wie die deutschen, die Geschwindigkeit frei zu wählen", meinte Grosz in einer Aussendung. Tempobeschränkungen solle es nur mehr auf gefährlichen, etwa kurvenreichen Streckenteilen sowie abhängig von der Wetterlage geben.

SP-Schaunig: "Schwachsinnige Idee"
ie Kärntner SPÖ-Chefin Gaby Schaunig begrüßte hingegen das Ende des von Gorbach hinterlassenen "lebensgefährlichen Erbes". "Es war höchst an der Zeit, dass diese schwachsinnige Idee eines Geschwindigkeitsfans im orangen Ministergewand endlich ein Ende findet", meinte Schaunig. Es sei ihr unerklärlich, wie Gorbach als Verkehrsminister überhaupt auf diese abstruse Idee, gekommen sei. "Alle Verkehrsexperten bestätigen, dass die Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle überhöhte Geschwindigkeit ist", erklärte die SPÖ-Politikerin.(apa/red)