Goran Hadzic von

Keine Einwände gegen Auslieferung

Serbischer Kriegsverbrecher kann an das UNO-Tribunal überstellt werden

Goran Hadzic - Keine Einwände gegen Auslieferung © Bild: APA/EPA

Goran Hadzic hat auf den Einspruch gegen die Gerichtsentscheidung über seine Auslieferung an das UNO-Tribunal verzichtet. Der am Mittwoch festgenommene ehemalige politische Chef der kroatischen Serben habe Hadzic dies heute auch schriftlich bestätigt, wie der Belgrader Sender B-92 berichtete. Dadurch kann die Überstellung jederzeit beginnen.

Der Belgrader Anwalt des Angeklagten, Toma Fila, rechnet allerdings nicht mit einer Auslieferung vor Freitag. Schließlich seien Hadzic für Donnerstag und Freitag Besuche seiner Familienangehörigen erlaubt worden. Der Haager Angeklagte wurde am Donnerstag in der Früh im Gefängnis des Belgrader Sondergerichts für Kriegsverbrechen bereits von seiner Frau Zivka, seinem Sohn Srecko und einer Schwester besucht.

Geld durch Schmuggelgeschäfte
Laut anderen Medienberichten hatte Hadzic in den vergangenen sieben Jahren aus einem unehelichen Verhältnis auch ein zweites Kind bekommen. Der Besuch der Kindesmutter ist wohl für Freitag geplant. Belgrader Medien spekulieren unterdessen, dass sich Hadzic in den vergangenen sieben Jahren wiederholt in Russland versteckt habe. Dort habe er auch gearbeitet, will die Tageszeitung "Blic" wissen. Gemäß dem Boulevardblatt "Press" lebte Hadzic vom Erdölschmuggel, weil er "gute Kontakte in Russland" gehabt habe und auch mit montenegrinischen Erdölschmugglern vernetzt gewesen sei. Weil die Geschäfte jüngst nicht mehr so gut gegangen seien, sei ihm das Geld ausgegangen.

Kroation für Auslieferung
Kroatien wünscht eine Auslieferung von Hadzic. Die kroatische Ministerpräsidentin Jadranka Kosor hält die Auslieferung des früheren Chefs der kroatischen Serben nach Kroatien nach eigenen Angaben für logisch, weil er schon zweimal in Abwesenheit von kroatischen Gerichten verurteilt worden sei und eine Anklage im drittem Fall schon erreicht sei. Dies sagte sie am Mittwoch nach der Sitzung des Kabinetts, wie kroatische Tageszeitungen am Donnerstag berichteten.