"Good Morning Revival": Pop-Punker von Good Charlotte mit neuem Album zurück

Musiker flohen zum Songschreiben vor Paparazzi Benji: "Sind nicht mehr die zornigen Kids von früher!"

"Good Morning Revival": Pop-Punker von Good Charlotte mit neuem Album zurück

Wie eine neue Band wollte die US-Poprock-Gruppe Good Charlotte auf ihrer dritten CD klingen. "Jeder Track sollte perfekt sein", berichtete Bassist Paul Thomas in einem von der Plattenfirma verbreiteten Interview. "Wir wollten ein Album machen, dass du vom ersten bis zum letzten Song durchhörst, weil jedes Stück ein Hammer ist." Ab sofort kann man sich davon überzeugen, ob das Vorhaben umgesetzt wurde: "Good Morning Revival" (Sony BMG) ist bereits erschienen.

Neun Millionen Exemplare ihrer ersten beiden Alben haben die Zwillinge Joel (Gesang) und Benji Madden (Gitarre), Billy Martin (Keyboards) und Thomas verkauft. Dean Butterworth stieß mittlerweile als neuer Schlagzeuger dazu. Als Produzent für "Good Morning Revival" wurde Don Gilmore (u.a. Pearl Jam, Linkin Park, Avril Lavigne) verpflichtet, der schon beim Debüt an den Reglern gesessen ist. "Wir haben 50 oder 60 Songs über Bord geworfen und von einmal von vorne angefangen", sagte Benji Madden über die Aufnahmen. "Don sagte: 'Ich will euch ganz neu erfinden.'"

Good Charlotte gingen auf "volles Risiko"
"Don hatte die Vision, dass wir am Ende eine komplett neue und frische Band sind", so Joel Madden. "Das war genau das, was uns vorschwebte. Volles Risiko. Wir waren begeistert. Don drängte uns, Stücke vorzuschlagen, aber er war nie zufrieden mit dem, was wir ihm vorspielten. Schließlich sagte er: 'Ihr müsst dringend raus aus L.A. und irgendwo in Ruhe arbeiten."

So entflohen die Musiker dem Trubel in Los Angeles und den Paparazzi, die es vor allem auf die Brüder abgesehen haben, nach Kanada. Schon am ersten Tag in Vancouver schrieben die Zwillinge einen Rohentwurf für einen Song. "Wir merkten schnell, dass es gut lief", erinnerte sich der Sänger. "Fast jeden Tag entstand ein neues Stück. Nach zwei Monaten in Kanada, vollkommen isoliert und weit weg von allem, was uns vertraut war, waren die Stücke für das Album zu großen Teilen fertig."

Joel und Benji hatten schwere Kindheit
Das Resümee des Gitarristen: "Diese Platte offenbart viel von uns. Mehr, als wir früher gezeigt haben. Wir sind nicht mehr in erster Linie die zornigen Kids. Es geht uns gut, wir haben viel Glück gehabt. Aber Angst und Wut werden immer da sein. Joel und ich hatten eine schwierige Kindheit. Unser Vater war nicht das allerbeste Vorbild. Aber heute bin ich immer öfter einfach nur glücklich und dankbar. Mein Leben ist langsam im Gleichgewicht." (apa/red)