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Golden Globes:
Das sind die Sieger

Enttäuschung für Favorit "A Star is Born","Bohemian Rhapsody" siegt und Glenn Close

Die Golden Globes wurden gestern verliehen. Und bargen einige Überraschungen. So wurde "Bohemian Rhapsody" über Queen-Frontmann Freddie Mercury als bestes Filmdrama ausgezeichnet - und "A Star is Born" die Trophäe weggeschnappt. Hauptdarsteller Rami Malek wurde außerdem zum besten Drama-Darsteller gekürt. Als bester Serien-Darsteller gewann Michael Douglas und auch seine Serie "The Kominsky Method".

Lady Gaga Bradley Cooper
© Reuters Große Favoriten, (fast) leer ausgegangen: Das sind Bradley Cooper und Lady Gaga mit "A Star is Born". Nur "bester Song" ging an den Film.

Auch bei den Damen ging "A Star is Born" leer aus, denn Hollywood-Veteranin Glenn Close holte den Golden Globe als beste Schauspielerin in dem Filmdrama "The Wife". Sie stach damit Lady Gaga ("A Star Is Born") aus, die sich mit einem Globe für den besten Song ("Shallow") begnügen musste.

Golden Globes
© Reuters Glenn Close wurde beste Hauptdarstellerin und wurde von Gary Oldman geehrt

Christian Bale gewinnt als Dick Cheney

Der britische Schauspieler Christian Bale gewann den Globe als bester Komödien-Darsteller für seine Rolle als ehemaliger US-Vizepräsident Dick Cheney in der Politsatire "Vice". Seine Landsmännin Olivia Colman siegte mit ihrem Königinnen-Auftritt in der Tragikomödie "The Favourite – Intrigen und Irrsinn".

Golden Globes
© Reuters Christian Bale freut sich über seinen Globe als "Dick Cheney"

Serien ausgezeichnet

Bei den Serien konnte Schauspiel-Legende Michael Douglas einen Globe holen. Er gewann für seine Rolle als Sandy Kominsky in "The Kominsky Method". Auch die Serie siegte als beste Comedy-Serie. Bei den Damen gewann Rachel Brosnahan (Drama) für ihre Rolle als "Marvellous Ms. Maisel" sowie Sandra Oh (Comedy). Beste Drama-Serie wurde "The Americans".

Golden Globes
© Reuters Michael Douglas wurde als "Sandy Kominsky" geehrt

Auch die Krimiserie "The Assassination of Gianni Versace" um den Mord am italienischen Modedesigner zählt zu den großen Gewinnern der diesjährigen Golden Globes. Die Macher holten die Trophäe in der Kategorie als beste Mini-Serie. Außerdem gewann Darren Criss einen Golden Globe, der in der Serie den Mörder Andrew Cunanan spielt. Cunanan hatte Versace 1997 in Miami ermordet. Er schnappte damit die Trophäe Daniel Brühl weg, der leer ausging.

Regisseur Ryan Murphy erinnerte in seiner Dankesrede daran, dass Homophobie - Versace war homosexuell - bis heute ein Problem sei. "Unsere Serie dreht sich um eine bestimmte Zeit, aber diese Kräfte sind nicht historisch. Sie sind hier, sie sind unter uns und wir müssen Widerstand leisten." Künstler im Filmgeschäft müssten diejenigen vertreten, die noch nicht ausreichend vertreten seien.

"Roma" siegt

Deutsche Kandidaten gingen diesmal leer aus. Das Künstlerporträt "Werk ohne Autor" von Florian Henckel von Donnersmarck (45) unterlag in der Sparte "bester nicht-englischsprachiger Film" dem mexikanischen Film "Roma" von Oscar-Preisträger Alfonso Cuaron ("Gravity"). Cuaron holte zudem den Regie-Globe. Im vergangenen Jahr hatte das deutsche NSU-Drama "Aus dem Nichts" von Fatih Akin den Golden Globe als bester Auslandsfilm gewonnen.

Frech und schlagfertige Moderatoren

Frech und schlagfertig standen die Schauspieler Sandra Oh und Andy Samberg erstmals als Moderatoren der Trophäen-Gala auf der Bühne. Die kanadisch-koreanische Schauspielerin Oh ("Grey's Anatomy") ist die erste Globe-Gastgeberin asiatischer Abstammung.

Wichtigster Filmpreis nach den Oscars

Die seit 1944 vergebenen Golden Globe Awards sind die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten. Die Verleihungszeremonie findet traditionell bei einem lockeren Gala-Dinner statt.

Die Gewinner:

Bestes Filmdrama - "Bohemian Rhapsody"
Beste Komödie/Musical - "Green Book"
Bester Schauspieler in einem Filmdrama - Rami Malek ("Bohemian Rhapsody")
Beste Schauspielerin in einem Filmdrama - Glenn Close ("The Wife")
Bester Schauspieler in einer Komödie/Musical - Christian Bale ("Vice")
Beste Schauspielerin in einer Komödie/Musical - Olivia Colman ("The Favourite – Intrigen und Irrsinn")
Bester Nebendarsteller - Mahershala Ali ("Green Book")
Beste Nebendarstellerin - Regina King ("If Beale Street Could Talk")
Beste Regie - Alfonso Cuarón ("Roma")
Bester nicht-englischsprachiger Film - "Roma" (Mexiko)
Bester Filmsong - Shallow aus "A Star Is Born" (Lady Gaga, Mark Ronson, Anthony
Rossomando, Andrew Wyatt)
Bester Serie - Drama: The Americans
Beste Serien-Hauptdarstellerin - Drama: Sandra Oh
Lebenswerk: Jeff Bridges
Bester Serien-Hauptdarsteller - Komödie: Michael Douglas
Bester Serien-Hauptdarsteller - Drama: Richard Madden
Beste Serien-Hauptdarstellerin - Komödie: Rachel Brosnahan

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