Golden Globes von

Auszeichnungen für Haneke & Waltz

Beide Österreicher konnten Triumph von 2010 wiederholen - "Argo" bester Film

  • Michael Haneke
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    Golden Globes 2013

    Michael Hanekes Drama "Amour" wurde als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet.

  • Christoph Waltz
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    Golden Globes 2013

    Christoph Waltz erhielt den Preis für den besten Nebendarsteller in "Django Unchained".

Die in der vergangenen Nacht zum 70. Mal verliehenen Trophäen des Verband der Hollywood-Auslandspresse (HFPA), brachten einige Überraschungen und einen klaren Verlierer: Steven Spielbergs Historiendrama "Lincoln" hatte sieben Gewinnchancen, holte am Ende aber nur eine einzige Trophäe. US-Regisseur und Schauspieler Ben Affleck gewann mit seinem Politthriller "Argo" dagegen nicht nur den Globe-Hauptpreis für das beste Filmdrama, sondern auch den Globe als bester Regisseur. Für Doubles sorgten auch die Österreicher Michael Haneke und Christoph Waltz. Beide konnten ihren Triumph von 2010 wiederholen und können nun optimistisch auf die am 24. Februar zur Vergabe anstehenden Oscars blicken, wo sie ebenfalls nominiert sind.

Waltz musste nicht lange warten: Der Globe für die beste Nebenrolle, den er für seinen Kopfgeldjäger King Schultz in dem Western "Django Unchained" von Quentin Tarantino (der Regisseur erhielt überraschend den Drehbuchpreis) erhielt, war der erste Preis, der in der Nacht zum Montag bei der von den Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler pointiert moderierten Filmgala im Beverly Hilton Hotel vergeben wurde. “Ich habe das nicht erwartet. Als mein Name aufgerufen wurde, haben meine Knie nachgegeben. Es ist unglaublich", meinte der 56-jährige Wiener, dessen steile internationale Karriere mit Tarantinos "Inglorious Basterds" begonnen hatte, bei den Backstage-Interviews.

Eineinhalb Stunden später war Michael Haneke dran, der sich mit seinem französischsprachigen Altersdrama "Amour" (Liebe) gegen den französischen Hit "Ziemlich beste Freunde", den norwegischen Historienfilm "Kon-Tiki", dem Cannes-Konkurrenten "Der Geschmack von Rost und Knochen" von Jacques Audiard sowie dem dänischen Film "Die Königin und der Leibarzt" durchsetzen konnte. Den Golden Globe für den besten nicht-englischsprachigen Film überreichten Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger, die beide Scherze über ihr schlechtes Englisch machten, das sie für diese Kategorie prädestiniere. "Ich habe nie gedacht, dass ich eine Auszeichnung in Hollywood von einem Österreicher bekomme", lachte Haneke und bedankte sich vor allem bei seinen Hauptdarstellern Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva: "Ich denke, ohne sie würde ich nicht hier sein. Und wenn dieser Preis in meiner Hand ist, glaube ich: Der Sockel ist vielleicht für mich und mein Team - aber der goldene Globus ist für diese überaus fantastischen Schauspieler."

Zwei Preise für „Django Unchained“ und „Argo“

Kurz vor halb sechs Uhr früh trafen bereits Gratulationen des österreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann (S) ein: "Michael Haneke gehört nicht erst jetzt zu den bedeutenden Protagonisten seiner Branche. Aber durch eine solche Auszeichnung muss nun wirklich jedem klar sein, dass er in einem Atemzug mit den ganz großen Filmschaffenden zu nennen ist", hieß es in seinen Aussendungen. Und: "Ich freue mich sehr, dass die schauspielerische Leistung von Christoph Waltz in 'Django Unchained' mit einem so prestigeträchtigen Preis gewürdigt wurde."

Während "Argo" und "Django Unchained" je zwei Trophäen einheimsen konnten und der meiste Applaus des Galaabends dem Ex-Präsidenten Bill Clinton und der Gewinnerin des Cecil B. DeMille Ehrenpreises für ihr Lebenswerk, Hollywoodstar Jodie Foster (50), galt, gewann Tom Hoopers Filmmusical "Les Misérables" gleich drei Golden Globes - in der Sparte "Musical/Komödie" siegte der Film ebenso wie die Darsteller Hugh Jackman und Anne Hathaway. Beste Schauspielerin in einem Filmdrama wurde Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty"). Die britische Sängerin Adele (24) holte mit dem Bond-Titelsong "Skyfall" den Golden Globe für den besten Filmsong. Und schließlich gingen je zwei der insgesamt 25 Kategorien auch an die TV-Serien "Homeland" und "Girls".

Waltz musste nach Luft schnappen

Christoph Waltz (56) war sichtlich überrascht. "Lasst mich erst mal Luft schnappen", waren die ersten Worte des frisch gebackenen Golden-Globe-Gewinners vor Hollywoods versammelter Prominenz in Beverly Hills. Der gebürtige Wiener hielt die Goldene Weltkugel für seine Nebenrolle als Kopfgeldjäger in Quentin Tarantinos Sklavenwestern "Django Unchained" in den Händen.

Ein Déjà-vu für Waltz und Tarantino: Den ersten Globe seiner Karriere hatte Waltz vor drei Jahren Tarantinos "Inglourious Basterds" zu verdanken. "Quentin, du weißt, dass meine Schulden dir gegenüber und meine Dankbarkeit nicht in Worten zu fassen sind", dankte Waltz dem Regisseur und Autor. Tarantino konnte sich zudem noch über einen Globe für das beste Drehbuch freuen.

Haneke von Schwarzenegger geehrt

Für Michael Haneke (70) war die Globe-Gala der perfekte Testlauf für die Oscars. Mit dem Altersdrama "Amour" (Liebe) stach der Österreicher die Mitstreiter im Rennen um den Auslands-Globe aus. Bei den Oscars hat die französisch-deutsch-österreichisch Koproduktion gleich fünf Gewinnchancen, auch als bester Film und für die Regie.


Auf der Globe-Bühne machte der bescheidene Regisseur neben einem muskulösen Landsmann eine gute Figur. "Ich hätte nie gedacht, dass ich in Hollywood einen Preis von einem Österreicher entgegennehme", flachste Haneke - Arnold Schwarzenegger überreichte die Trophäe für den fremdsprachigen Film zusammen mit Actionstar Sylvester Stallone. Haneke dankte vor allem seinen Darstellern Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva: Nur der Sockel der Trophäe sei für ihn, die Weltkugel obendrauf gehöre den französischen Stars. Hinter der Bühne schließlich gefragt, wie er es schaffe, so erfolgreich zu sein, meinte Haneke schlicht: "Ich tue, was ich kann."

Die wichtigsten Gewinner

  • Bestes Filmdrama: "Argo"
  • Beste Komödie oder bestes Musical: "Les Miserables"
  • Bester ausländischer Film: "Amour" (Liebe) (Frankreich, Deutschland, Österreich)
  • Beste Regie: Ben Affleck ("Argo")
  • Bestes Drehbuch: Quentin Tarantino ("Django Unchained")
  • Bester Schauspieler in einem Filmdrama: Daniel Day-Lewis ("Lincoln")
  • Beste Schauspielerin in einem Filmdrama: Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty")
  • Bester Schauspieler in einer Komödie oder einem Musical: Hugh Jackman ("Les Miserables")
  • Beste Schauspielerin in einer Komödie oder einem Musical: Jennifer Lawrence ("Silver Linings Playbook")
  • Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz (“Django Unchained”)
  • Beste Nebendarstellerin: Anne Hathaway ("Les Miserables")
  • Beste TV-Serie: "Homeland"
  • Beste TV-Serie (Komödie oder Musical): "Girls"

Kommentare

Bravo !!!! Gute Arbeit - der Filmzwerg Österreich zeigt auf!

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