Leben von

Golden Globes 2016

Die Favoriten der diesjährigen Preisverleihung in Hollywood

Golden Globes © Bild: Getty/Harrison

Einer weiß bereits, wie die Verleihung der Golden Globes am Sonntagabend (Ortszeit) in Hollywood ausgehen wird: Ricky Gervais entschuldigte sich auf seiner Facebook-Seite im Vorfeld für die Witze, die er auf Kosten anwesender Stars reißen wird: "Ich war betrunken und es war mir scheißegal." Zum vierten Mal moderiert der britische Komiker die Gala, die zu den Höhepunkten der Filmpreissaison zählt.

Zwischen den Emmys und den Oscars angesetzt, werden die Golden Globes in 25 Film- und TV-Kategorien nicht von über 6.000 Branchenmitgliedern, sondern von rund 90 internationalen Journalisten der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) vergeben. Ihre Entscheidungen werden gerne als Indikatoren für die Oscars hergenommen, deren Nominierungen wenige Tage später, am 14. Jänner, verkündet werden. Das trifft vor allem dann zu, wenn sich im Vorfeld klare Favoriten herauskristallisieren - wie es 2015 vor allem in den Schauspielkategorien der Fall war.

Fünf Nominierungen für "Carol"

2016 sieht das ein wenig anders aus. Zwar geht Todd Haynes' Melodram "Carol" über eine lesbische Liebe im USA der 50er Jahre mit fünf Nominierungen als chancenreichster Film in die 73. Globes-Verleihung - das Rennen in den Königskategorien scheint aber offen. So dürfte Thomas McCarthys Enthüllungsdrama "Spotlight" über investigative Journalisten des "Boston Globe" aufgrund seiner Thematik hoch in der Gunst der Hollywood-Auslandspresse stehen, könnte aber auch der mit 70 Jahren erstmals nominierte George Miller mit seinem viel gepriesenen Action-Spektakel "Mad Max: Fury Road" zum Zug kommen. In der Sparte "Komödie oder Musical" sehen Branchenblätter Adam McKays hochkarätig besetzte Finanzkrisen-Komödie "The Big Short" und Ridley Scotts schwarzhumoriges Weltraumabenteuer "Der Marsianer" vorne.

Matt Damon gilt in der Rolle des am Mars gestrandeten, erfinderischen Astronauten dann auch als Favorit für die Auszeichnung als bester Komödiendarsteller, Comedy-Shooting-Star Amy Schumer ("Dating Queen") als hoffnungsvollste Kandidatin bei den Frauen. Den Preis könnte ihr aber auch ihre Kollegin und Freundin Jennifer Lawrence für "Joy" wegschnappen - es wäre der dritte Golden Globe für die 25-Jährige innerhalb von vier Jahren.

Leonardo DiCaprio bringt sich in Stellung

Seine dritte Trophäe könnte auch Leonardo DiCaprio holen: Bei den Oscars bisher viermal nominiert und stets legendär übergangen, wurde der 41-Jährige von der HFPA bereits 2005 für "Aviator" und 2014 für "The Wolf of Wall Street" prämiert. Die Rolle als rachsüchtiger Trapper in Alejandro Inarritus vierfach nominiertem Überlebensdrama "The Revenant - Der Rückkehrer" hat ihm nun seine elfte Globe-Nominierung eingebracht, ein Oscar könnte am 28. Februar folgen. Bryan Cranston ("Trumbo") oder auch Eddie Redmayne ("The Danish Girl") könnten ihm den Triumph jedoch streitig machen.

Den Preis als beste Schauspielerin in einem Filmdrama machen sich voraussichtlich Nachwuchsstars unter sich aus, nämlich Alicia Vikander (doppelt nominiert für "The Danish Girl" und ihre Nebenrolle in "Ex-Machina"), Brie Larson ("Room"), Saoirse Ronan ("Brooklyn") und Rooney Mara. Letztere ist damit in derselben Kategorie wie ihr bereits preiserfahrener "Carol"-Co-Star Cate Blanchett nominiert. Zwei deutlich älteren Stars, Sylvester Stallone (69, "Creed") und Helen Mirren (70, "Trumbo"), werden Chancen in Nebendarsteller-Kategorien ausgerechnet.

Das sind die Präsentatoren

Im Auditorium und auf der Bühne des Beverly Hilton Hotels tummeln sich unabhängig von den Gewinnern Filmgrößen verschiedener Generationen. Als Präsentatoren haben sich u.a. Mel Gibson und Kurt Russell, aber auch Kate Hudson, Julianne Moore, Jim Carrey und Channing Tatum angekündigt; den Preis für das Lebenswerk holt sich der 61-jährige Hollywoodstar Denzel Washington ab.

Anders als bei den Oscars ist auch das Who is Who der TV-Branche vor Ort, die nicht zuletzt immer mehr Filmgrößen für sich gewinnen kann. So ist Kirsten Dunst etwa für die zweite Staffel von "Fargo" und Oscar Isaac für die Miniserie "Show me a Hero" nominiert. Auch Streaming-Portale mischen die Kategorien weiter auf - Netflix u.a. mit "Narcos", hulu mit "Casual" und Amazon mit "Transparent". Letztere, feinfühlige Serie über einen transsexuellen Patriarchen kommt auf insgesamt drei Nominierungen - ebenso wie "American Crime", "Fargo", "Mr. Robot" und "Outlander". Ihre erste Preischance als Schauspielerin hat indes Popstar Lady Gaga für ihre Rolle in "American Horror Story: Hotel".

Heuer kein österreichischer Hoffnungsträger

Konnte Christoph Waltz im Vorjahr noch auf seine dritte Trophäe in Form einer mit Filmstreifen ummantelten Weltkugel hoffen, ist heuer kein österreichischer Hoffnungsträger unter den Nominierten. Mitfiebern kann man hierzulande trotzdem - und das erstmals auch im Kino: Ist das gemeinschaftliche Oscar-Schauen im Kinosaal mittlerweile schon Tradition, lädt Sky in der Nacht auf Montag bei freiem Eintritt zur ersten heimischen Live-Übertragung der Golden Globes inklusive Red-Carpet-Show ins Wiener Stadtkino im Künstlerhaus.

Kommentare