Golden Globes 2013 von

Hochspannung vor Vergabe

Spielbergs "Lincoln" Favorit - Haneke und Waltz auch hier mit Chancen

Quentin Tarantino und Christoph Waltz bei der "Django Unchained"-Premiere in London. © Bild: EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

Für Michael Haneke und Christoph Waltz wird es in der Nacht auf Montag in Los Angeles nochmals spannend, bevor am 24. Februar die Oscar-Gala folgt, bei der beide fünf- respektive einmal nominiert sind: Auch bei den Golden Globes sind die beiden Filmemacher gelistet. So könnte Haneke für "Amour" nach 2010 mit "Das weiße Band" zum zweiten Mal eine goldene Weltkugel für den besten ausländischen Film holen. Auch für Waltz bahnt sich ein mögliches Deja-vu an, war der gebürtige Wiener doch ebenfalls 2010 als bester Nebendarsteller bei den Globes erfolgreich und ebenfalls mit einem Film von Quentin Tarantino - damals allerdings mit "Inglourious Basterds", während heute "Django Unchained" im Rennen ist.

Der brutale Western des Regiefanatikers über den Sklavenhandel im tiefen Süden der USA, holte in Summe fünf Nominierungen. Neben Waltz ist auch Leonardo DiCaprio als brutaler Sklavenbesitzer für den Nebenrollen-Globe nominiert. Als Favorit insgesamt gilt jedoch Steven Spielbergs "Lincoln" mit sieben Nominierungen, gefolgt von "Argo" über eine aberwitzige CIA-Befreiungsaktion von US-Geiseln im Iran mit wie "Django Unchained" fünf Gewinnchancen.

Chance für Affleck

Spannend ist die Globe-Gala, die nach mitteleuropäischer Zeit um 2 Uhr nachts startet, jedenfalls für Ben Affleck und Kathryn Bigelow. Alle Augen werden auf "Argo"-Regisseur Affleck und die Powerfrau hinter dem CIA-Thriller "Zero Dark Thirty" gerichtet sein, wenn die Globe-Trophäe für die beste Regie vergeben wird. Beide sind nominiert, zusammen mit Spielberg, Ang Lee ("Life of Pi") und Tarantino. Gestern, Donnerstag, hatten die beiden noch für Schlagzeilen gesorgt, als die Kritikerlieblinge von der Oscar-Akademie überraschend übergangen wurden.

Seit Wochen wird gerätselt und analysiert, wer in Hollywoods Preisreigen wohl die besten Chancen hat. Mal sind die Globes das Stimmungsbarometer für die Oscars, mal kommt es ganz anders. Über die Goldene Weltkugel entscheidet eine kleine Gruppe alteingesessener Auslandsjournalisten, weniger als hundert Kritiker, die kaum jemand kennt. Für die Oscars stimmen rund 5.800 Mitglieder der ehrwürdigen Akademie, die den goldenen Mann auf einer Filmspule heuer zum 85. Mal verleiht.

Hoffen auf "Busenblitzer"

Eines steht jetzt schon fest: Bei den Globes, einer feucht-fröhlichen Preisgala im Beverly Hilton Hotel, fliegen die Champagnerkorken. Und das ist den Komikerinnen und diesjährigen Moderatorinnen Tina Fey and Amy Poehler gerade recht. Sie müssten zur Unterhaltung nicht viel mehr tun, als den Stars kräftig einzuschenken, "sodass hoffentlich irgendeine Brust aus dem Kleid fällt", flachste Fey wenige Tage vor der Show.

Fest steht auch, dass Hollywoods Topriege erscheint. Robert Pattinson, George Clooney, Meryl Streep und Jennifer Garner werden Preise verteilen. Taylor Swift und Adele, beide in der Sparte "Bester Song" nominiert, sind mit dabei. Auch die Nominierungen garantieren Starpower, mit Preisanwärtern wie Daniel Day-Lewis ("Lincoln"), Richard Gere ("Arbitrage"), Denzel Washington ("Flight"), Bradley Cooper ("Silver Linings"), Hugh Jackman ("Les Miserables"), Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty"), Naomi Watts ("The Impossible"), Jennifer Lawrence ("Silver Linings") und Meryl Streep ("Wie beim ersten Mal").

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