Gold und Silber nicht zu bremsen: Preise erreichen neue 25-Jahre-Höchststände!

Auch Platin-Preis klettert auf neuen Rekordstand

Gold und Silber nicht zu bremsen: Preise erreichen neue 25-Jahre-Höchststände!

Gold und Silber sind nach weiteren spekulativen Käufen und unter dem Eindruck von Inflationssorgen und geopolitischen Spannungen auf neue 25-Jahreshöchststände gestiegen. Auch Platin verteuerte sich weiter und stellte ebenfalls einen neuen Rekord auf. Bei Analysten mehrten sich die besorgten Stimmen. Der Markt sei überkauft, weshalb die Chancen für eine kräftige Korrektur gestiegen sein. Je stärker die Preise steigen, umso brutaler könnte eine Korrektur ausfallen, so ein Händler.

Die Marktstimmung blieb gleichwohl "bullish". Jede kleine Meldung werde als Anlass genommen, um Edelmetalle wie auch Basismetalle nach oben zu treiben, sagte Stephen Briggs, Ökonom bei SG Corporate and Investment Banking. Zwar gebe es hier und da Abgaben, aber die würden von kauflustigen Fonds ohne weiteres absorbiert, erklärten Händler.

Der Goldpreis stieg im Tagesverlauf bis auf 726,00 Dollar pro Feinunze und erreichte damit den höchsten Stand seit September 1980. Gegen 16.00 Uhr notierte die Feinunze dann auf 719 Dollar. Dies stellt immer noch ein deutlichen Anstieg gegenüber den 701 Dollar am Vorabend in New York oder den 702 Dollar am Mittwochnachmittag in Europa.

Silber erreichte in der Spitze 15,17 Dollar bevor die Notierung gegen Geschäftsschluss wieder unter die Marke von 15 Dollar fiel.

Das Tempo der Preissteigerungen hat zuletzt deutlich zugenommen. Allein in diesem Jahr stieg der Goldpreis um 37 Prozent. Seit Anfang 2005, als Investoren zum Schutz gegen die Inflation, politische Spannungen und einen schwachen Dollar in den Edelmetallbereich zu diversifizieren begannen, beträgt der Anstieg 63 Prozent.

Das Edelmetall brauchte zwei Jahre, um bis Ende November um 100 Dollar auf 500 Dollar zu klettern. Weitere fünf Monate vergingen, bis die Marke von 600 Dollar erreicht war. Der nächste 100 Dollar-Schritt auf nunmehr 700 Dollar dauerte dann nur noch knapp einen Monat.

Der absolute Rekordstand von 850 Dollar je Feinunze war im Januar 1980 erreicht worden.

Trotz der zur Vorsicht mahnenden Signale in den Charts könne Gold noch weiter nach oben ziehen, so James Moore, Analyst beim Branchendienst TheBullionDesk.com. Die nächsten Widerstandmarken seien bei 740, 765 und 800 Dollar angesiedelt. Und der historische Rekord könne gebrochen werden, bevor eine Korrektur einsetze, hiess es weiter.

Im Moment würden die Markteilnehmer vor allem auf den Ölpreis und die daraus möglicherweise resultierenden Inflationsimpulse schauen. In den USA dürften ein steigender Benzinpreis im Sommer und der Ausfall zweier Raffinerien den Preis nach oben treiben. Dazu komme der immer noch ungelöste Atomkonflikt mit dem Iran.

Da spekulatives Geld auch in die Basismetalle drängt verzeichneten Kupfer, Aluminium, Zink und Nickel neue Rekordstände.

Platin stieg bis auf 1293 Dollar die Feinunze und notierte nach 16.00 Uhr knapp darunter auf 1291 Dollar. In New York war das weisse Metall bei 1253 Dollar aus dem Markt gegangen.

Das zweite Londoner Goldfixing lautete auf 715,50 Dollar je Feinunze nach 707 Dollar am Morgen. In Schweizer Franken ist ein Kilo Gold inzwischen mehr als 28.000 sfr wert. (apa/red)