Götzis-Meeting endet mit großer Sensation: Weißrusse Krautschanka holt sich den Sieg!

Clay nach Diskus-Blamage hinter Sebrle nur Dritter Keine Überraschungen bei den Damen: Klüft gewinnt

Götzis-Meeting endet mit großer Sensation: Weißrusse Krautschanka holt sich den Sieg!

Sein Talent war hinlänglich bekannt, und doch hat der Weißrusse Andrei Krautschanka am Sonntag beim 33. Hypo-Mehrkampfmeeting in Götzis die Zehnkampfwelt auf den Kopf gestellt. Der erst 21-Jährige verbesserte seine persönliche Bestleistung um 604 Punkte und siegte mit der Jahresweltbestleistung von 8.617 Zählern vor dem fünffachen Gewinner im Mösle-Stadion, dem tschechischen Weltrekordler Roman Sebrle (8.518), sowie Weltmeister und Vorjahrssieger Bryan Clay aus den USA (8.493).

Bei den Frauen trug sich die Schwedin Carolina Klüft zum fünften Mal in Folge in die Siebenkampf-Siegerliste ein und zog damit an Erfolgen mit Götzis-Rekordgewinnerin Jane Frederick (USA) gleich, die ihre Erfolge im Mösle-Stadion zwischen 1978 und 1985 gefeiert hatte (zweimal Fünf-, dreimal Siebenkampf). Klüfts 6.681 Punkte waren ebenfalls Jahresweltbestleistung.

Zu Beginn des zweiten Tages hatte alles auf Clay geschaut, der auf den Weltrekord von 9.026 Punkten los ging. Und es hatte nach Wunsch begonnen, über 110 m Hürden platzierte er sich in 13,97 Sekunden an zweiter Stelle. In seinem bisher besten Zehnkampf im August 2004 in Athen benötigte Clay über die Hürden 14,13 Sekunden. Doch mit dem verpatzen Diskusbewerb (36,14 m) ist der Traum von der Weltbestmarke in nicht mehr erreichbare Weiten entschwunden und Clay saß minutenlang enttäuscht auf dem Stadionrasen. Besonders bitter, denn in jener Disziplin hält er mit 55,87 m (2005 in Carson) den Weltrekord für Zehnkämpfer in Wettkämpfen über 7.000 Punkten.

Im Speerwurf, den der Schwede Nicklas Wiberg mit dem Meeting-Rekord von 74,41 m gewann, übernahm Krautschanka die Führung, die er im abschließenden 1.500-m-Lauf gegen Sebrle und Clay bravourös verteidigte. Der Weißrusse hat acht persönliche Bestleistungen im Rahmen eines Zehnkampfs aufgestellt - über 100 m, im Weitsprung, Kugelstoßen, 400 m, 110 Hürden, Stabhochsprung, Speerwurf und 1.500 m. "Ich habe gedacht, ich kann 8.200 Punkte machen, aber nicht so viele. Es war alles perfekt für mich, ich bin glücklich, ich danke Gott", sagte Krautschanka bewegt und widmete den Sieg seiner Mutter, die am Sonntag Geburtstag hatte.

Hart zu kämpfen hatte Klüft, die sich am Ende mit 6.681 Punkten vor der Ukrainerin Ljudmila Blonska (6.626) und der Deutschen Jennifer Oeser (6.366) durchsetzte und 14.000 Euro Siegprämie kassierte. In den abschließenden 800 Metern musste die Olympiasiegerin noch einmal alles geben, sie durfte auf Blonska keine 2,3 Sekunden verlieren, dann dann hätte die Ukrainerin eine eindrucksvolle Siegesserie beendet. Klüft ist in der Allgemeinen Klasse bereits seit der EM 2002 in München ungeschlagen, seit Juli desselben Jahres und Gold bei der Junioren-WM auf Jamaika trägt sie eine blütenweiße Weste.

"Es war ein großer Kampf mit Ljudmila. Ich wusste, dass ich über 800 m stark bin", sagte die 24-Jährige, die im Speerwerfen viele Punkte liegen gelassen hatte. "Da hatte ich mir mehr erwartet, aber sonst hatte ich gute Wettkämpfe. Das Gesamtscore könnte natürlich auch besser sein, aber die Bedingungen mit dem Wind hier waren schwierig." Doch es sei ein guter Start in die Saison gewesen. "Vor der WM in Osaka habe ich aber noch viel zu arbeiten und ein paar Wettkämpfe zu machen."

Blonska, die 2003 bereits einmal wegen Dopings gesperrt war, hat vier persönliche Bestleistungen aufgestellt und ihren Siebenkampf-Rekord um 178 Punkte verbessert, zum Sieg gegen eine mittelmäßige Klüft reichte es dennoch nicht: "Ich kann sie nicht schlagen", sagte Blonska.

(apa/red)