GM-Tochter Saab beantragt Insolvenz:
Bringt Zusammenlegung mit Opel Rettung?

Steht seit längerem zum Verkauf: kein Interessent Produktion soll aber noch weiter fortgesetzt werden

GM-Tochter Saab beantragt Insolvenz:
Bringt Zusammenlegung mit Opel Rettung? © Bild: AP/Carlos Osorio

Der zum US-Konzern General Motors gehörende Autohersteller Saab stellt einen Insolvenzantrag, will die Produktion aber fortsetzen. Das beschloss der Aufsichtsrat. Als mögliche Rettung für Saab gilt nach Medienberichten ein Zusammengehen mit Opel.

Der deutsche Konzern gehört ebenfalls zum akut angeschlagenen Hersteller GM. Saab hat im vergangenen Jahr 94.000 Autos abgesetzt und beschäftigt 4.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen fährt seit mehreren Jahren hohe Verluste ein.

Tochter in Freiheit entlassen
Mit dem Insolvenzantrag für den schwedischen Autohersteller Saab will der US-Konzern General Motors den Weg freimachen für eine selbstständige Zukunft der bisherigen Tochter. Das teilte GM am Freitag in einer Presseerklärung mit. Der Mutterkonzern ist selbst akut angeschlagen und kämpft um sein Überleben.

Weiter hieß es, die 4.000 Saab-Beschäftigten sollen die Produktion unter einem gerichtlich eingesetzten Insolvenzverwalter fortsetzen. Als Möglichkeit für ein Überleben des schwedischen Herstellers gilt ein Zusammengehen mit der bisherigen deutschen GM-Tochter Opel.

12.000 Arbeitsplätze gefährdet
Branchenexperten befürchten, dass durch die Insolvenz des schwedischen Autoherstellers Saab zusätzlich zu den 4.000 Saab-Angestellten weitere 8.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern gefährdet sein könnten. Der schwedischen SVT bezog sich in einem Bericht am Donnerstagabend auf einen bisher unveröffentlichten Report.

Nach Einschätzung des Branchenjournalisten Tege Tornvall von der Zeitung "Vehicle Component" kann die Insolvenz von Saab vor allem für kleine Sublieferanten schwerwiegende Folgen haben. Diese würden durch die Ausfälle von Saab-Zahlungen Schwierigkeiten mit den eigenen Lohn-und Mietkosten bekommen. Laut Tornvall sind nur rund ein Drittel der Sublieferanten von Saab in Schweden, beziehungsweise in Norwegen und Dänemark beheimatet. Angesichts des seit Tagen gerüchteweise bevorstehenden Insolvenzantrags von Saab hatten einzelne Zulieferer begonnen, die Lieferungen nach Trollhättan zu stoppen.

Den Anfang machte ein schwedischer Komponentenhersteller. Die Firma P-E Plast in Värnamo (Region Smaland) stellte die Lieferung von Neuproduktion vorbeugend ein, weil der Besitzer der Firma befürchtete, kein Geld mehr von Saab zu bekommen. Der Betrieb mit elf Angestellten lieferte zuletzt um monatlich rund 400.000 Kronen (36.702 Euro) Plastikdetails an Saab. Das ist rund ein Drittel des Verkaufserlöses der Firma.
(apa/red)