Glücksspiel in der Krise: Rien ne va plus?
Einbruch für Casinos und Co. prognostiziert

Marktforschung sieht Schwarz für 2009 und 2010 Wirtschaftskrise drückt auf Spiellust der Österreicher

Glücksspiel in der Krise: Rien ne va plus?
Einbruch für Casinos und Co. prognostiziert © Bild: APA/Schlager

Die Glücksspielbranche wird auch im nächsten Jahr die Wirtschaftskrise noch zu spüren bekommen. Die Bruttospielerträge der heimischen Lotterie, Casino, Automaten und Sportwettenbetreiber werden heuer und nächstes Jahr um jeweils mehr als drei Prozent zurückgehen, prophezeit das Marktforschungsinstituts Kreutzer Fischer & Partner (KFP). "In Krisenzeiten sitzt offenbar das Spielgeld weniger locker", so KFP in einer Pressemitteilung.

Die Spieleinsätze werden laut der Analyse heuer bei rund 13,5 Mrd. Euro stagnieren und 2010 sogar sinken. Gleichzeitig erhöhen die Anbieter die Ausspielquote. Dadurch werden die Bruttospielerträge von 1,59 Mrd. Euro 2008 auf 1,54 Mrd. Euro 2009 und 1,48 Mrd. Euro 2010 zurückgehen.

Besonders betroffen sei das "kleine Glücksspiel", für das die Marktforscher mit einem minus von 4,5 Prozent rechnen. Lediglich für das Online-Glücksspiel und Online-Wetten erwarten sie eine positive Entwicklung, aber auf Kosten anderer Glücksspielarten wie Casinos und Lotterien. Von 2007 auf 2008 wuchs das Internet-Spiel-Segment um 15,1 Prozent. Bei den Lotterien prognostizieren die Experten heuer und nächstes Jahr einen Rückgang der Bruttospielerträge von 2 bis 3 Prozent, bei Casinos von je rund 5 Prozent und im Automatengeschäft sogar von 6 bis 7 Prozent.

Etwa die Hälfte der Bruttospielerträge entfallen auf die Casinos Austria AG (CASAG) mit ihren durch Monopol geregelten Casinos und Lotterien. Rechnet man auch das Online-Geschäft und Sportwetten dazu, sind es laut KFP 53 Prozent des Marktes. Die Novomatic-Gruppe hält im Automatenspiel mittlerweile bei einem Marktanteil von 29 Prozent und bei Sportwetten mit ihrer Admiral Sportwetten bei 19 Prozent. (apa/red)