Glücklicher Hermann Maier mit Platz zwei zurück im Ski-Himmel: "Es ist wie ein Sieg"

Maier: "Ich habe gezeigt, dass ich auch noch da bin" Ließ Super-G-Triumph in Kitz am Hausberg liegen

Glücklicher Hermann Maier mit Platz zwei zurück im Ski-Himmel: "Es ist wie ein Sieg"

Fast mit Ansage hat es in Kitzbühel die große Rückkehr von Hermann Maier gegeben. Zum sechsten Sieg in seinem siebenten Super-G von Kitz fehlten zwar 16 Hundertstel auf Marco Büchel, die Freude des Salzburgers nach dem ersten Stockerplatz seit knapp 13 Monaten kam jedoch von Herzen. "Es ist wie ein Sieg, weil jetzt einfach ein anderes Zeitalter ist. Es ist ein wunderschönes Gefühl", stellte Maier klar.

Und die Fans, die ihren Helden mit Plakaten wie "Skigott Maier" feierten, hatten ihre helle Freude mit dem Comeback des "Herminators". "Die Emotionen, die hier heute entstanden sind, waren unglaublich. Ich hatte selten so ein super Gefühl", meinte der 35-Jährige, der diesen zweiten Rang "auf jeden Fall höher als meinen ersten Super-G-Sieg in Kitzbühel im Jahr 2000" einordnete.

Spezieller Augenblick für Maier
Vor allem dieser Jubel und diese Euphorie im Zielraum machten den Moment für Maier speziell. "Wie die Menschen mitgegangen und gejubelt haben, das war sensationell. Das war teilweise mehr als bei meinen Siegen hier. Die Begeisterung, die ich gespürt habe, war schon etwas Gewaltiges." Und natürlich war es ein Ausrufezeichen. "Ich habe gezeigt, dass ich auch noch da bin."

Maier hat im vergangenen Sommer den ersten Ski-Wechsel seiner Karriere vollzogen, von Atomic zu Head. Die Suche nach der Abstimmung ist nach wie vor im Laufen, die Fortschritte werden jedoch immer deutlicher. "Ich habe gemerkt, dass ich Speed habe, dass der Ski wahnsinnig zieht und die Kurvengeschwindigkeit super ist", hatte Maier Freitagmittag wieder einmal so richtig Spaß an seinem Job. Und der Doppel-Olympiasieger 1998 freute sich, dass diesmal nicht nur Büchel oder Didier Cuche, sondern auch er auf Head schnell unterwegs war.

Den Sieg in Kitz hat ihn der Hausberg gekostet. Wie bereits 2004, als er 0,03 Sekunden hinter Daron Rahlves Zweiter geworden war. "Beim Hausberg war ich ein bisschen übermütig. Da habe ich mir gedacht: Ach was, das fahre ich einfach gerade, so wie früher. Ich hätte eigentlich genug Zeit zum Schwungansatz gehabt, wurde aber wieder für meine Ungeduld bestraft."

Sieg am Hausberg verspielt
"Selbst Schuld", meinte Maier, der deshalb haargenau wusste, wo er das Rennen "verloren" hat. "Da kann man jetzt noch raufgehen zum Hausberg und sieht den Sieg dort liegen." Dann habe aber "sofort die Freude überwogen". Vor allem, weil Maier den Jubel spürte, viel Spaß hatte und voll mit Energie war. "Ich hatte Power, ich konnte mich überwinden. Und das hat man in einer so langen Karriere vielleicht nicht immer."

Dass es nun wieder Maier-Podestergebnisse regnen wird, bezweifelt Maier schwer. "So wird es nicht weitergehen, das ist nicht die Gewohnheit." Das nächste Highlight wartet bereits am Samstag mit der Abfahrt, für diese hat Maier einen klaren Favoriten: "Michael Walchhofer, gerade bei diesen Bedingungen. Ich hoffe, dass es kalt wird. Aber das ist nur eine Hoffnung." Alpinchef Hans Pum zog vor Maier wieder einmal den Hut: "Das war eine der eindrucksvollsten Leistungen, die Hermann Maier je vollbracht hat."

"Bin lockerer und ausgeglichener"
Vor allem, weil natürlich auch Maier weiß, was er hinter sich hat. Und, dass er nicht mehr der Jüngste ist. "Man steht nicht mehr so locker und leicht aus dem Bett auf wie früher, das ist schon schwierig. Man braucht ein paar Minuten, bis man in Schwung kommt." Zugute kommt Maier hingegen, dass er weitaus entspannter geworden ist. "Ich bin lockerer und ausgeglichener. Und nicht so fokussiert, dass ich gewinnen muss."

Dass es laufend Gerüchte über mögliche Rücktritte gibt, ist Maier längst gewohnt. "Es wird sehr viel geredet auf den Stammtischen. Es ist gut, wenn man ein Profil hat, aber hin und wieder werden dann einige schon eines Besseren belehrt."

Endstand
1. Marco Büchel LIE 1:15,44 Minuten
2. Hermann Maier AUT +0,16
3. Didier Cuche SUI +0,33
3. Mario Scheiber AUT +0,33
5. John Kucera CAN +0,43
6. Robbie Dixon CAN +0,49
7. Benjamin Raich AUT +0,59
8. Christof Innerhofer ITA +0,65
9. Peter Fill ITA +0,72
10. Marco Sullivan USA +0,73
11. Erik Guay CAN +0,75
12. Bode Miller USA +0,79
13. Werner Heel ITA +0,96
14. Didier Defago SUI +1,06
14. Patrick Staudacher ITA +1,06
16. Christoph Gruber AUT +1,10
17. Matthias Lanzinger AUT +1,11
17. Walter Girardi ITA +1,11
19. Francois Bourque CAN +1,15
20. Ambrosi Hoffmann SUI +1,18
21. Hannes Reichelt AUT +1,26
22. Ivica Kostelic CRO +1,32
23. Silvano Varettoni ITA +1,39
24. Marc Berthod SUI +1,46
25. Daniel Albrecht SUI +1,49
26. Georg Streitberger AUT +1,58
27. Michael Walchhofer AUT +1,59
28. Christoph Alster AUT +1,60
29. Manuel Osborne-Paradis CAN +1,61
30. Pierre-Emmanuel Dalcin FRA +1,65

(apa/red)