Leben von

Leben glückliche Menschen länger?

Neue Studie räumt mit weit verbreitetem Mythos über Stress und Sterblichkeit auf

Freunde lachen zusammen © Bild: iStockphoto.com

Menschen, die glücklich sind, leben länger. Richtig? Falsch! Die oft geäußerte Meinung, dass Glücklichsein das Leben verlängert, ist genauso falsch, wie jene, dass Unglücklichsein die Sterblichkeit erhöht. Das haben jetzt führende britische und australische Forscher belegen können. Was sich dagegen auf die Lebensdauer auswirkt, sind Risikofaktoren wie Rauchen, Lebensstil und soziale Stellung.

Bette Liu von der Universität von New South Wales in Australien und Co-Autor Sir Richard Peto, Epidemiologie-Grandseigneur aus Oxford, haben vor zehn Jahren im Rahmen der One Million Women Study in Großbritannien an die Teilnehmerinnen Fragebögen zur Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes, ihres psychischen Wohlbefindens, Stress, Entspannung und ähnlicher Faktoren ausgeschickt. Dem wurden in der Analyse von 700.000 Datensätzen die Sterblichkeitsraten der Frauen gegenübergestellt, die zu Beginn der Untersuchung im Durchschnitt 59 Jahre alt gewesen waren.

Unglücklichsein macht nicht krank

Bette Liu sagte über die Ergebnisse: "Krankheit macht an sich unglücklich. Aber Unglücklichsein selbst macht nicht krank. Wir haben keinen direkten Effekt von Unglücklichsein oder von Stress auf die Mortalität feststellen können - sogar in dieser zehn Jahre lang dauernden Studie mit einer Million Frauen." Jede sechste Probandin hatte angegeben, unglücklich zu sein. Im Beobachtungszeitraum war es in dem Kollektiv zu 30.000 Todesfällen gekommen.

Was uns tatsächlich krank macht

Peto äußerte sich ähnlich: "Viele Menschen glauben, dass Stress oder Unglücklichsein direkt Krankheiten auslösen können. Sie verwechseln aber einfach Ursache und Folgewirkung." Der Zusammenhang liegt wohl eher bei den unter den "Unglücklichen" häufiger vorkommenden Risikofaktoren: Jene Frauen, welche mit ihrem psychischen Wohlbefinden unzufrieden waren, waren häufiger Raucherinnen, betrieben weniger Sport und hatten seltener einen fixen Lebenspartner. die Studie wurde im Wissenschaftsmagazin "Lancet" veröffentlicht.

Kommentare