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Global 2000 fand erneut Spuren von Glyphosat in heimischen Bieren

Belastungen aber gering oberhalb der Nachweisgrenze

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hat erneut neun heimische Biere untersucht und nach Angaben vom Donnerstag Spuren von Glyphosat in rund der Hälfte der Gerstensäfte gefunden. Die Belastungen mit dem umstrittenen Herbizid lagen allerdings wie schon bei einem Test im vergangenen Jahr nur gering oberhalb der Nachweisgrenze. Kritik an Global 2000 übte die IG Pflanzenschutz.

2016 hatte das Umweltinstitut München deutsche Biere auf Rückstände des Unkrautvernichters untersucht, Global 2000 führte den Test bei heimischen Marken durch. Die Belastungen (in vier von neun Bieren) waren allerdings um ein Vielfaches niedriger als bei den deutschen Bieren. Die heuer gefundenen Glyphosat-Rückstände entsprechen weitgehend den Werten vom Vorjahr, berichtete Global 2000. Diese lagen zwischen vier und sieben Mikrogramm pro Liter. Die Nachweisgrenze liegt bei zwei Mikrogramm pro Liter. Einen eigenen Grenzwert für Bier gibt es als verarbeitetes Produkt nicht.

Laut deutschem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) müsste man täglich 1.000 Liter Bier trinken, um eine potenziell schädliche Menge Glyphosat aufzunehmen. Diese Aussage bezeichnete Global 2000 als "grob verharmlosend". Anders sieht das naturgemäß die Industriegruppe Pflanzenschutz (IGP). Obmann Christian Stockmar warf Global 2000 vor, eine "absurde Kampagne" zu führen.

Das Unkrautvernichtungsmittel ist heftig umstritten. Während die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung im März 2015 Glyphosat als "wahrscheinlich kanzerogen" bezeichnet hat, stufte die Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (Efsa) das Mittel einige Monate später als ungefährlich ein.

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