Glanzvolle Nobelherberge: "Schloss am Wörthersee" als Luxushotel wiedereröffnet

Hypo Group Alpe Adria investierte 120 Millionen Euro 500 Gäste bei Eröffnung. Haider ehrt Gunther Sachs

Glanzvolle Nobelherberge: "Schloss am Wörthersee" als Luxushotel wiedereröffnet

500 geladene Gäste erlebten die Wiedereröffnung des Schlosshotels in Velden am Wörthersee, das sich jetzt als gehobener Fünf-Sterne-Betrieb mit angeschlossenen Luxus-Appartements präsentiert. 120 Millionen Euro investierte die Hypo Group Alpe Adria in die Modernisierung und Erweiterung der Anlage, die von Gruppe "Capella Hotels und Resorts" unter dem Deutschamerikaner Horst Schulze betrieben wird. Zur exquisiten Eröffnungsfeier floss feinster Champagner, als Dekoration wurden Tausende Rosen aufgeboten, Ex-Schlossherr Gunther Sachs erhielt eine hohe Landesauszeichnung.

Als eine Allegorie auf das Märchen Dornröschen wurde die feierliche Eröffnungszeremonie abgehalten, ein Schauspieler erzählte dabei die Geschichte des Schlosses, das 1590 als Renaissance-Bau unter dem Freiherrn Bartholomäus von Khevenhüller errichtet worden war. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das reizvolle Anwesen mehrmals den Besitzer, seit 1890 fungierte es unter einer Industriellenfamilie als Nobelherberge. Nach glanzvollen Zeiten zwischen den Weltkriegen und vor allem ab den 1950er Jahren wurde das Hotel 1989 nach dem Tod der letzten Besitzerin Elsa Böhm geschlossen, ein Jahr später kaufte es der Milliardär Gunther Sachs.

Obwohl Sachs viel Geld in die Renovierung des Hauses steckte, verblieb es als Hotelbetrieb im Dornröschenschlaf, bis es die Hypo Group Alpe Adria vom Deutschen abkaufte und in den vergangenen eineinhalb Jahren renovierte, modernisierte und erweiterte. Jetzt umfasst das Gebäude - eine Symbiose zwischen historischer und moderner Bausubstanz - 39 Gästezimmer im Schloss und 66 Suiten im modernen Zubau. Dort sind auch eine Reihe von Appartements untergebracht, für die man jeweils einige Millionen hinblättern muss. Der Wellness-Bereich ist rund 3.500 Quadratmeter groß, auch der Badebereich am See bietet Luxus pur.

Gäste brauchen dickes Portemonnaie
Dass wohl nur gut betuchte Gäste im neuen Haus Einzug halten werden, ergibt sich aus den Zimmer- beziehungsweise Suitenpreisen: Im Schlosshotel kommt das günstigste Doppelzimmer auf 550, das teuerste auf 850 Euro pro Tag. Dafür ruht man in feinstem Leinen, genießt Regenwaldduschen und Flachbildfernseher und kann vom Bett aus Beleuchtung, Jalousien und Vorhänge elektrisch steuern. Selbstverständlich gibt es kabellosen Internetzugang. Die Badezimmer sind aus Onyx-Marmor, der mit Glas beschichtet wurde und indirekt beleuchtet ist.

Für die Premier-Suiten müssen täglich 1.100 Euro hingelegt werden, die Royal Suiten kommen auf 1.600 Euro. Extravaganz versprühen die in den Schloss-Türmchen untergebrachten Räume: Es gibt für 2.100 Euro pro Tag außergewöhnliche runde Betten und einen herrlichen Blick über den See. Die Kaiser-Suite kostet nicht weniger als 4.000 Euro, sie bietet auf 300 Quadratmetern neben dem Wohnbereich mit Kamin und Klavier zwei Schlafzimmer mit Bad, einen Ankleideraum, ein Lesezimmer und einen Konferenzraum. Auf dem Balkon befindet sich ein privates Jacuzzi samt Sonnenliegen.

Haider: "Flaggschiff" für Kärntens Tourismus
Der scheidende Hypo-Aufsichtsratsvorsitzende und "Motor" der Investition, Wolfgang Kulterer, sprach bei der Eröffnung von einem "Projekt besonderer Klasse und Güte". Er verriet auch gleich, dass sich der neue Siemens-Boss und gebürtige Villacher Peter Löscher ein 600 Quadratmeter großes Appartement gesichert habe. Capella-Chef Schulze erklärte, dass das neue Haus in Velden Vorbild für weitere zwölf Hotels seiner Gruppe sei, die binnen eines Jahres weltweit eröffnet würden. Der Bürgermeister der Marktgemeinde, Ferdinand Vouk, sprach von einem "Freudentag für Velden", Landeshauptmann Jörg Haider nannte das aus der gleichnamigen TV-Serie bekannte "Schloss am Wörthersee" ein "Flaggschiff" für Kärntens Tourismus.

Doppelte Freude gab es für die Familie Sachs, die sich die Teilnahme an der Feier nicht nehmen ließ: Gunther Sachs erhielt aus den Händen Haiders das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Kärnten überreicht, Ehefrau Mirja konnte die Eröffnungsfeier gleich als Geburtstagsparty nützen. Sie zog sich mit Freuden aber schon bald in die Privatsuite im Schloss zurück.

(apa/red)