"Gläserne Decke" an Unis? Je höher die Karrierestufe, desto weniger Frauen gibt es

Klarer Männerüberhang: Keine Rektorin in Österreich Mehr Frauen schließen ihr Studium erfolgreich ab

Worin unterscheiden sich Cambridge und Harvard von österreichischen Universitäten? Unter anderem dadurch, dass beide Hochschulen von Frauen geleitet werden. In Österreich hat es dagegen noch keine Frau an die Spitze einer Uni geschafft. Prinzipiell gilt nach wie vor - je höher die akademische Karrierestufe, desto weniger Frauen finden sich.

Seit Jahren beginnen deutlich mehr Frauen als Männer ein Studium, im Wintersemester 2005/06 waren es laut Daten des Wissenschaftsministeriums 21.900 Frauen und 18.000 Männer, was einem Frauenanteil von 55 Prozent entspricht. Betrachtet man die Gesamtstudierendenzahl, gibt es ebenfalls mehr Studentinnen als Studenten (116.100 Frauen gegenüber 101.600 Männer). Klar voran sind die Frauen auch bei den Absolventen: Der Frauenanteil bei den Erstabschlüssen lag 2005 bei 56 Prozent.

Beim wissenschaftlichen Personal an den Universitäten zeigt sich dagegen durchgehend ein klarer Männerüberhang: 86 Prozent der Professoren und zwei Drittel aller Assistenten bzw. des sonstigen wissenschaftlichen Personals sind Männer. In absoluten Zahlen: Im Wintersemester 2005/06 standen 300 Professorinnen 1.811 Professoren gegenüber (Frauenanteil:14 Prozent). Vor fünf Jahren war das Bild noch eindeutiger: Damals standen 110 Professorinnen 1.500 Professoren gegenüber (Frauenanteil: sieben Prozent).

Ganz krass sieht es ganz oben aus: An keiner einzigen Uni gibt es eine Rektorin. Etwas aufgeholt haben die Frauen dagegen bei den Vizerektoren: Mittlerweile sind von den 63 Vizerektoren immerhin 17 Frauen (27 Prozent). Vor fünf Jahren gab es nur sieben Vizerektorinnen (von insgesamt 40/Frauenanteil: 18 Prozent). (apa/red)