Giftschlamm-Opfer sollen schweigen:
Polizei verbietet Bewohnern zu protestieren

Ungarn: Betroffene fordern jetzt Schadenersatz ein Zehn Menschen starben bei Katastrophe im Oktober

Die Opfer der westungarischen Giftschlamm-Katastrophe vom Oktober dürfen nicht wegen des ihnen bisher vorenthaltenen Schadenersatzes demonstrieren. Die Polizei untersagte den Bewohnern der betroffenen Ortschaft Devecser die von ihnen geplante Protestkundgebung, berichteten ungarische Medien.

Die Katastrophengeschädigten wollen eine durch Devecser führende Fernverkehrsstraße halbseitig blockieren, da ihnen von der Regierung immer noch kein voller Schadenersatz zugestanden wurde. Die Polizei untersagte dies unter Berufung auf den in der Region immer noch geltenden Katastrophennotstand. Menschenrechtsaktivisten hielten diese Begründung jedoch für "fadenscheinig".

Umweltkatastrophe: Zehn Menschen starben
Am 4. Oktober war bei Devecser der Damm eines mit Bauxitschlamm (Rotschlamm) gefüllten Abfallbeckens gebrochen. Die giftige rote Masse ergoss sich über mehrere Ortschaften, die unterhalb des Abfallbeckens liegen, darunter Devecser und Kolontar. Zehn Menschen kamen dabei ums Leben, rund 150 erlitten Verletzungen. Mehr als 350 Häuser wurden zerstört, eine Fläche von 40 Quadratkilometern verseucht.

Das Abfallbecken gehört zu einem Bauxitwerk der privaten Ungarischen Aluminium-AG. Die Regierung in Budapest stellte das Unternehmen nach dem Unglück unter staatliche Zwangsverwaltung.

(apa/red)

Kommentare

Dritte Welt Ungarn spielt seit über 20 Jahren eine westliche Demokratie!
Wenn man nur ein wenig an der Oberfläche kratzt, ist man voll in einem Dritten Welt Staat.
Nach aussen hin spielt man den jovialen Mann von Welt und bei einer Katastrophe springt nicht der Staat mit schneller, effektiver Hilfe ein, sondern Auslandsungarn sollen einspringen.
Allein mit dem, was die Familie Orban in den letzten 15 Jahren zusammen gestohlen hat, könnte man genug bewirken!

Kontrollorgan melden

Schon toll was die nunmehrige ungar. Regierung zustande bringt, Strekverbot, Zwangsverstaatlichung von priv. Unternehmen. So funktioniert also Demokratie in einem RECHTSstaat.

austrocrates melden

Re: Schon toll Demokratie ist ein Kunstwort das in seiner eigentlichen Bedeutung niemals umgesetzt werden kann. Was heisst: Demokratie existiert eigentlich nicht.
Ungarn hat - zu Erinnerung - vom IWF "Finanzhilfe" bekommen, was soviel heisst wie das die nationalen Gesetze in die zweite Reihe rücken, denn in der ersten stehen nun die kapitalistischen Interessen des IWF, und Kapitalismus bedeutet: Dem Kapital verpflichtet. Da ist der einzelne Mensch unwichtig....

melden

Re: Schon toll Richtigerweise hätte aber die ungarische Regierung nach dieser Zwangsverstaatlichung, die man eigentlich als nur allzu gerechte Strafe für das skandalöse und verantwortungslose Verhalten dieses Unternehmens hätte ansehen können, die Pflicht Verantwortung für diese Katastrophe zu übernehmen. Das tut sie aber nicht. Im Gegenteil, sie verfährt mit den Betroffenen noch rücksichtsloser als es ein Privatunternehmen je vermocht hätte. Pfui Teufel, kann man da nur sagen!

melden

Re: Schon toll ...natürlich die Zwangsverstaatlichung musste schnell gehen. Wie sonst soll man alles durch Orban und die Seinen kontrollieren wenn man in der Firma involviert ist ???
Nur so kann man alle Schweinereien unter dem Teppich halten wie z.B. auch dass fast alles Material welches für den "neuen Damm" nun eingebaut wurde fast ausnahmslos vom Orban-Clan geliefert wurde. Orban & Co ist nun eben wieder um ein paar Millionen (EURO nicht Forint) reicher.
Auf zu neuen Taten !

Seite 1 von 1