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Gewitter: Was Sie jetzt wissen sollten

Welche Orte Blitze lieben und ob Handys bei Gewitter wirklich gefährlich sind

Blitz, Symbolbild © Bild: APA/DPA/Pleul

Das Wetter bleibt in den nächsten Tagen warm und unbeständig. Blitz und Donner sind da oft vorprogrammiert. Aber wie oft blitzt es eigentlich in Österreich? Und wo ist man am sichersten? Die wichtigsten Antworten finden Sie hier.


1. Wie entsteht eigentlich ein Gewitter?

Gewitter
© APA/Infografik/Margret Schmitt

2. Wann wird es gefährlich?

Wenn zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden vergehen, ist es höchste Zeit, Schutz zu suchen.

3. Wo schlagen Blitze besonders oft ein?

Bestimmte Orte und Objekte werden vom Blitz bevorzugt. Dazu gehören Berggipfel, Berggrate und Klettersteige, ungeschützte Dachterrassen und Plattformen auf Aussichtstürmen, ungeschützte Sportplätze und Swimmingpools, das Innere von Zelten sowie Fahrzeuge ohne Metalldach, wie Cabrios, Motorräder, Fahrräder und kleine Boote.

4. Wie kann ich mich schützen?

Die Gefahr, getroffen zu werden, lässt sich durch richtiges Verhalten verringern. Die Experten der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) raten, sich frühzeitig in Sicherheit zu bringen, wieder eingekehrtem "Frieden" nicht gleich zu trauen, keine stromleitenden Objekte zu berühren und sich von Wasser fernzuhalten.

5. Wo ist man am sichersten?

Den besten Schutz findet man laut AUVA in Gebäuden mit Blitzschutzanlage, in Tunnel sowie in Fahrzeugen mit Ganzmetallkarosserie oder Metallrahmen, in Eisenbahnwaggons oder in einem Traktor mit Kabine. Bedingten Schutz findet man laut AUVA in Gebäuden (auch Hütten) ohne Blitzschutzanlage. Allerdings sollte man sich dort in der Raummitte aufhalten, Fenster und Türen schließen, von elektrischen Anlagen und Geräten mindestens einen Meter Abstand halten, keine Installationen berühren und das Festnetztelefon nicht benützen.

6. Was, wenn man im Freien "festsitzt"?

Im Freien gibt es nach Ansicht der Fachleute keine wirklich sicheren Aufenthaltsorte, sondern nur solche mit geringerer Gefährdung, etwa in der Nähe von hohen Objekten sowie der Bereich unter Hochspannungsleitungen, unter den Seilen von Seilbahnen und unter großen Brücken. Dabei müsse jedoch ein Abstand von mindestens zwei Metern von allen Teilen dieser Objekte gehalten werden. Zu den Orten mit geringerer Gefährdung gehören auch tiefe Mulden, Hohlwege und Höhlen, das Innere eines Waldes, aber auch einzeln stehende Bäume, wenn von allen Baumteilen zwei Meter Abstand gehalten wird.

Ist kein schützender Ort in der Nähe, sollte man sich niederhocken, alle Gegenstände, die über den Körper hinaus ragen, wie Werkzeuge, Regenschirm und Sportgeräte weglegen und die Nähe zu elektrisch leitfähigen Objekten, wie Zäunen aus Metall, meiden. Wenn man draußen ist, gibt es keinen wirklichen Schutz. Empfehlungen wie sich klein zu machen, sollten daher nur als Notlösung angesehen werden. Wer beispielsweise im Gebirge wandern geht, sollte sich bei Gewittergefahr schon vorher überlegen, ob sich auf der geplanten Route ausreichend Hütten befinden. Der in die Erde fließende Blitzstrom ruft gefährliche Spannungen auf der Erdoberfläche - die sogenannte Schrittspannung - hervor. Um sich davor zu schützen, sollte man laut AUVA unbedingt den Aufenthalt in Gewässern meiden, von anderen Personen mindestens zwei Meter Abstand halten, sich nicht auf den Boden legen und auf eine geschlossene Fußstellung achten.

8. Kann man auch indirekt vom Blitz getroffen werden?

Ja! Den stärksten Stromschlägen sind zwar Menschen ausgesetzt, wenn sie direkt vom Blitz getroffen werden, aber auch Teile des Blitzstromes können zu tödlichen Elektrisierungen führen. Das ist z. B. der Fall, wenn ein Objekt berührt wird, in welches ein Blitz einschlägt, oder wenn man sich zu nahe bei diesem Objekt aufhält. Hohe oder große Objekte werden eher vom Blitz getroffen als niedrige oder kleine.

9. Wie gefährlich ist Telefonieren bei Gewitter?

Die Annahme, dass Telefonieren mit dem Handy im Freien Blitze anziehen kann, verwies Diendorfer ins Reich des Unsinns. Dass eine Frau in Niederbayern am Sonntagabend auf diese Weise leicht verletzt wurde, sei purer Zufall. "Es gibt da absolut keinen Zusammenhang."

10. Wie oft und wo blitzt es in Österreich?

Bis vor dem langen Feiertagswochenende hatte das österreichische Blitzortungssystem ALDIS seit Jahresanfang nur 5.323 Wolke-Erde-Blitze - jene, die gefährlich werden können - in Österreich registriert. Die Gewitter der vergangenen Tage haben diese unterdurchschnittliche Zwischenbilanz für den Frühling 2016 ein wenig korrigiert: Nunmehr verzeichnet die ALDIS-Statistik bisher 9.715 Wolke-Erde-Blitze, sagt Abteilungsleiter Gerhard Diendorfer. Damit sei das heurige Frühjahr nicht mehr "so ein Ausreißer". In einem durchschnittlichen Frühling werden allerdings rund 19.000 Wolke-Erde-Blitze gemessen.

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