Gewinnen, wenn andere ins Minus rutschen

Geldtipp der Woche Martin Kwauka ist Finanzchef bei FORMAT

Dem Geld darf man nicht nachlaufen, man muss ihm entgegengehen“, soll der griechische Reederkönig Aristoteles Onassis einst gesagt haben. Diesen Ratschlag setzt Ron Sachs, der seit Jahresbeginn als Fondsmanager des Amerika-Aktienfonds Janus US Twenty fungiert, selbst dann in die Tat um, wenn die meisten Aktien der New Yorker Wall Street verlieren. Euro-Tranche schlägt Dollar-Version. Sachs vertraut einem sehr konzentrierten Portfolio – in den Fonds gelangen aktuell nur 26 Papiere. Sowohl in der Ein- als auch der Dreijahreswertung liegt der US Twenty schon in der Dollar-Variante (ISIN IE0004445239) mit plus 0,3 Prozent (12 Monate) und ­insgesamt 18,6 Prozent (36 Monate) überlegen an der Spitze sämtlicher US-Aktienfonds. Bei der Euro-Variante des Fonds (ISIN IE0009531827) hat sich die durchgehende Währungsabsicherung zuletzt als zusätzlicher extremer Vorteil erwiesen. In den letzten zwölf Monaten wurden trotz ­Hypothekenkrise 15,3 Prozent Ertrag erzielt, über drei Jahre insgesamt
45,8 Prozent.

Gerade in schwierigen Phasen wie in den letzten Monaten erwiesen sich beide Janus-Varianten als krisenfest. Bei der Auswahl der Aktien greift Sachs nur zu Schwergewichten, die an der Börse zumindest zehn Milliarden US-Dollar wert sind. Unternehmen, deren Papiere in den Fonds kommen, haben zudem weitere, für Sachs ganz entscheidende Kriterien zu erfüllen: Sie müssen stark wachsen, hohe Markteintrittsbarrieren gegenüber den Mitbewerbern aufgebaut haben, und ihre Verschuldung muss gering sein. Aktuell favorisiert der Fondsmanager Aktien wie den Biotechtitel ­Gilead Sciences, Google, Apple und Celgene. Neben rein amerikanischen ­Titeln werden auch andere Aktien gehalten, die vorwiegend auf den US-Markt ausgerichtet sind. Aktuell beträgt die ­internationale Beimischung immerhin über ein Fünftel des Depots.

Traditionell sind europäische Anleger in den USA kaum investiert. Doch sollte man die Wall Street niemals abschreiben – auch jetzt nicht. Die Folgen der US-Bankenkrise treffen nicht nur amerikanische Aktien, sondern auch europäische Titel – und zwar in ziemlich gleichem Ausmaß. Allerdings haben Euro-Unternehmen zusätzlich noch unter der stark gestiegenen Währung zu leiden, während US-Exporteure dank des niedrigen Dollars ganz neue Märkte erobern können.

Deshalb macht es Sinn, zumindest einen Teil des Vermögens an der bedeutendsten Börse der Welt zu veranlagen. Der Janus US Twenty ist dafür ein empfehlenswertes Produkt. Ob man die Dollar- oder Euro-Version wählt, ist Geschmacksache. Währungsgesicherte Produkte versprechen eine gleichmäßigere Entwicklung, in den nächsten Monaten könnte aber die Dollar-Tranche die Nase vorn haben, weil der Dollar zumindest kurzfristig Aufholpotenzial besitzt.