GEWINNEN IST NICHT ALLES

Tino Teller über gute Vorsätze fürs Olympiajahr

GEWINNEN IST NICHT ALLES © Bild: NEWS/ Ricardo Hergott

Der Weg in die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Und der österreichische Sport verspricht für das Olympiajahr einen Neustart auf allen Ebenen. Es stimmt schon, mit den neuen, verschärften Anti-Doping- Gesetzen sind wir auch weltweit gesehen Vorreiter – diesmal im positiven Sinn, damit keine Missverständnisse aufkommen. Auch was die Abkehr vom klassischen, zum Teil parteipolitisch motivierten Funktionärs(un)- wesen anlangt, sind erste Ansätze feststellbar – siehe den Neustart im Österreichischen Olympischen Comité. Aber sind wir deswegen schon auf dem Weg zu einer echten Sportnation – mit einer gesunden Einstellung zu Leistung und Höchstleistung? Und fernab jedes altbackenen Chauvinismus? Beispiele wie der ungezwungene Umgang unserer jungen Skispringer mit ihrem sensationellen Erfolgslauf machen Mut. Das ist zweifelsfrei eine Sportlergeneration, die nicht immer nur „zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt“ pendelt, sondern sich bei allem Konkurrenzdenken in „true sportsmanship“ übt. Die Winterspiele in Vancouver werden somit zum ersten Testfall: Die Welt geht auch dann nicht unter, wenn wir einmal nicht jeden Tag über Medaillen jubeln dürfen. Es gibt Schlimmeres auf diesem Globus.