Gewalttätige Ausschreitungen bei Demo:
Neun Festnahmen in der Wiener Innenstadt

Protest gegen Ball des rechten Korporationsrings Mehrere Polizisten bei Auseinandersetzungen verletzt

Gewalttätige Ausschreitungen bei Demo:
Neun Festnahmen in der Wiener Innenstadt © Bild: APA/Pfarrhofer

Nach gewaltsamen Zwischenfällen bei einer Demonstration gegen den Ball des rechtsgerichteten Wiener Korporationsrings hat die Polizei neun Personen festgenommen. Mehrere Polizisten wurden verletzt, als Demonstranten sie mit Gegenständen bewarfen. Die Beamten dokumentierten mit Videokameras auch Sachbeschädigungen, darunter Farbbeutelangriffe auf das Innenministerium und eine Bankfiliale.

Der Protest gegen den Korporationsball in der Wiener Hofburg wurde von linksgerichteten Organisationen getragen. Nach Polizeiangaben versammelten sich 1.200 Menschen am Westbahnhof zu einem Protestzug Richtung Hofburg, wo der Ball der rechtsgerichteten Studentenverbindungen stattfand. Am Heldenplatz hatte die Polizei eine Sperrzone errichtet, um die etwa 2.300 Ballbesucher zu schützen. Das von den Gegendemonstranten am Maria-Theresien-Platz veranstaltete "Straßenfest gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie" endete ohne Zwischenfälle.

Wurfgeschosse gegen Polizei
"Ca. 50 Chaoten und 150 Sympathisanten" versuchten nach Polizeiangaben auf eigene Faust, einzelne Ballgäste zu bedrängen und auf den Heldenplatz zu gelangen. Die mit Wurfgeschossen angegriffenen Polizisten konnten die Störer auf die Ringstraße zurückdrängen. Acht Personen wurden wegen Körperverletzung oder Widerstand gegen die Staatsgewalt festgenommen, eine Festnahme erfolgte wegen Störung der öffentlichen Ordnung.

Außerdem wurden mehrere Sachbeschädigungen verbucht. Nach ersten Angaben ging es um sechs Fälle, eine davon betraf die Scheibe eines Polizeiautos. In den anderen Fällen ging es um Farbbeutel-Attacken und Schmierereien auf Gebäuden, darunter eine Bankfiliale und das Innenministerium. "Sämtliche Vorfälle wurden gefilmt", und die Aufnahmen würden nun mit den Daten der "zahlreich vorgenommenen Identitätsfeststellungen" verglichen.
(apa/red)