Gewaltspirale im Irak dreht sich weiter:
Wieder Autobomben-Anschlag nahe Bagdad

Mindestens 12 Tote bei Anschlag auf Innenstadthotel Tanklaster-Anschlag nördlich von Bagdad - 15 Tote

Eine Reihe von Selbstmordanschlägen hat im Irak über 40 Menschen das Leben gekostet. In einem Hotel in Bagdad sprengte sich trotz zahlreicher Sicherheitsvorkehrungen ein Selbstmordattentäter in die Luft und tötete mindestens zwölf Menschen. 21 weitere Personen wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Der Mann betrat gegen Mittag mit einem Sprengstoffgürtel die Lobby des Mansour-Hotels und zündete seine Bombe vor der Rezeption. In dem Hotel am Ufer des Tigris sind unter anderen die chinesische Botschaft und Mitarbeiter von Medien untergebracht. Auch Mitglieder des irakischen Parlaments wohnen dort. Ein Hotelangestellter erklärte, in und vor dem Gebäude gebe es insgesamt drei Kontrollposten. Bei allen Opfern handele es sich um Iraker.

Unter den Opfern des Anschlags am Bagdader Mansour-Hotel war dem irakischen Fernsehen zufolge der frühere Gouverneur der Provinz Anbar, Fassal al Guud, der an einem Treffen sunnitischer Würdenträger aus der westirakischen Provinz Anbar teilnahm. Der Dichter Rahim al Maliki zählt nach Informationen der Organisation "Irakisches Mediennetz" ebenfalls zu den Opfern. Auch ein Journalist des Staatssenders Al-Irakiya sei getötet worden.

In Anbar haben sich einige Stammesführer dem Kampf gegen die islamistische Al-Kaida angeschlossen, die von den USA und dem Irak für die Mehrzahl der Anschläge verantwortlich gemacht wird. Die drei Anschläge wurden nach einer Woche relativer Ruhe verübt. Zuletzt waren am 19. Juni bei der Explosion einer Autobombe 87 Menschen vor einer Bagdader Schiiten-Moschee ums Leben gekommen. Die USA führen derzeit zusammen mit irakischen Truppen eine neue Offensive gegen Extremisten durch.

In der Ölstadt Baiji im Nord-Irak kamen unterdessen 18 Menschen ums Leben, als ein Tanklaster gegen die Schutzmauer des Polizeipräsidiums raste. Es gab laut Polizei mindestens 21 Verletzte, darunter nach US-Militärangaben auch fünf US-Soldaten. Im süd-irakischen Hilla sprengte ein Attentäter sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug an einem Kontrollpunkt in der Nähe der Provinzverwaltung in die Luft, wie die Polizei mitteilte. Dabei starben acht Personen. Drei Menschen wurden bei einem Bombenanschlag im nordirakischen Mossul (Mosul) getötet.

(APA/red)