Gesundheitsrisiko von

So krank machen uns
unsere Smartphones

Die kleinen Bildschirme können zu erheblichen Gesundheitsproblemen führen

Gesundheitsrisiko - So krank machen uns
unsere Smartphones © Bild: Shutterstock.com

Fast jeder besitzt mittlerweile ein Smartphone. Der kleine Taschen-Computer ist aus unserem Alltag fast nicht mehr wegzudenken. Gerade deshalb sollte man sich überlegen, welche Auswirkungen Smartphones auf uns und besonders auf unseren Körper haben. Denn sie können der eigenen Gesundheit erheblich schaden.

Mehr als zwei Stunden täglich haben junge Menschen durchschnittlich ihr Smartphone oder Tablet im Einsatz. Kinder nutzen häufig zusätzlich eine Spielkonsole. Vor allem die Hals-/Nacken-Muskulatur kann bleibende Schäden davontragen - bis hin zum Bandscheibenvorfall, warnte Orthopäde Ronald Dorotka

Die "digitale Lähmung" gilt als aktuelles Schlagwort in der Orthopädie. Vor allem beim "Texten" nimmt man meist eine Haltung ein, bei der "die Halswirbelsäule in ihren Bändern drinnen hängt", erläuterte der Präsident des Berufsverbandes seiner Fachrichtung anlässlich deren Jahrestagung am 1. Dezember vor Medienvertretern. Komme Bewegungsarmut zur Fehlhaltung dazu, bedeute dies "Alarm für die Rückengesundheit". Für Orthopäden wären Haltungsprobleme beim Nachwuchs nicht neu, so der Spezialist. "Schulkopfschmerzen" durch langes Sitzen an flachen Tischen etwa beobachte man schon lange - mittlerweile betrifft dies auch alle, die viel am Schreibtisch sitzen. Nun kommen spezielle Haltungsschäden durch die neuen portablen Medien hinzu. Schräge Arbeitsflächen und gezielte Gegenbewegungen könnten grundsätzlich derartige Erkrankungen vorbeugen und Schmerzen und Abnützungserscheinungen entgegenwirken. Untrainierte und Übergewichtige sind besonders gefährdet.

Der Handy-Nacken

Der klassisch gesenkte Blick aufs Smartphone hat schwerwiegende Folgen: Wer seinen Kopf nach unten geneigt zum Bildschirm hält, kann seinem Nacken erheblichen Schaden zufügen. Normalerweise muss der Nacken in aufrechter Position Zugkräfte von fünf Kilogramm aushalten. Doch senkt man den Blick, erhöhen sich diese Zugkräfte auf insgesamt 30 Kilogramm. Dies kann Verspannungen und eine vorzeitige Abnutzung der Halswirbelsäule hervorrufen. Deshalb ist es ratsam, sein Handy auf Augenhöhe vor seinem Gesicht zu halten, damit es gar nicht erst dazu kommen kann. Mittlerweile sind alle Altersgruppen betroffen, bei Älteren mit bestehenden Abnützungserscheinungen können Vorbeugung, einfache Übungen und Lockerung besonders zielführend sein. Sonst kann es zu bleibenden Strukturbeschwerden bis hin zu Bandscheibenproblemen kommen.

Der SMS-Daumen

Durch das ständige Tippen auf den Touchscreen kann es ebenfalls zu einem neuartigen Krankheitsbild kommen: dem SMS-Daumen. Dieser ist eine besondere Form der Sehnenscheidenentzündung und wird durch oftmals wiederholte Bewegungen hervorgerufen, wie eben dem Tippen. In weiterer Folge kann das sogar zu einem Karpaltunnel-Syndrom führen. Wiederrum ein Grund, weshalb man das Handy vielleicht doch öfters weglegen sollte.

Der Tel-Bogen

Auch die eigentliche Hauptfunktion des Handys, das Telefonieren, kann einem auf lange Sicht schaden. Durch lange ausgiebige Gespräche, bei denen man sich das Handy ans Ohr hält, kann es zu Problemen mit dem Ellennerv kommen. Und wenn dieser überlastet wird, kann es zu Durchblutungsstörungen oder auch einem Taubheitsgefühl im Arm kommen. Um dies zu verhindern bietet sich aber eine einfache Lösung an: Die Lautsprecherfunktion des Smartphones könnte dies sicher gut verhindern – genauso wie einfach weniger zu telefonieren.

Die Smartphone-Akne

Smartphones fördern Akne, Pickel und Hautreizungen an den Wangen. Dies wurde durch eine Studie belegt. Nachdem sich Forscher die Displays von im alltäglichen Leben verwendeten Smartphones angesehen haben, wurde etwas Erschreckendes festgestellt: Auf ihrer Oberfläche tummeln sich Streptokokken, Staphylokokken und andere Krankheitserreger. Und noch etwas wurde festgestellt: Auf jedem sechsten der untersuchten Smartphones wurden Spuren von Fäkalien entdeckt. Wohl weil viele Leute es mit dem Händewaschen nach dem Toilettengang nicht so genau nehmen. Man sollte sich deshalb oft und nach jedem Toilettengang die Hände waschen, genauso wie sein Smartphone einmal am Tag mit einem Hygienetuch reinigen. So sollte das Smartphone sauber und keimfrei bleiben.

Das „Phantom Vibration Syndrome“

Wer kennt das nicht, da denkt man, das Handy hätte in der Hosentasche vibriert, man holt es heraus und stellt fest: nichts. Keine Nachrichten, kein Anruf, Garnichts. Dieses Phänomen hat mittlerweile einen Namen: das „Phantom Vibration Syndrome“. Verursacht wird dieses durch kleine unkontrollierbare Zuckungen unserer Muskeln. Man nimmt diese zwar wahr, aber nachdem viele Menschen sich schon so sehr an die Vibrationen von Smartphones gewöhnt haben, werden sie nur zu oft für diese gehalten.

Die Smartphone-Sucht

Viele Leute würden sagen, dass dieses Krankheitsbild eines der verbreitetsten ist. Unter Smartphone-Sucht versteht man die Abhängigkeit vom eigenen Handy. Personen welche unter dieser Sucht leiden legen ihr Smartphone kaum noch aus der Hand, aus Angst, etwas zu verpassen. Sie werden nervös falls ihr Akku schwach wird, sie schlechten Handy-Empfang haben oder ihr Handy gar zu Hause vergessen haben. Im schlimmsten Fall kann die Sucht sogar zu Zwangsstörungen und Depressionen führen.