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Weck-Bär

Roboterkissen im Teddy-Look soll Atemstillstand bei Schlafapnoe-Patienten verhindern

Gesundheit & Technik - Weck-Bär © Bild: youtube.com

Rankuscheln, einschlafen. Das ist die erste Assoziation beim Gedanken an Plüschtiere. Aber ein Teddy, der den Besitzer in der Nacht aufweckt? Ja, auch so etwas gibt es. Und zwar zu medizinischen Zwecken. Japanische Forscher entwickelten ein Roboterkissen im Teddy-Look als neues Hilfsmittel für Schlafapnoe-Patienten.

Schlafapnoe wird durch Atemstillstände während des Schlafs verursacht. Die Atemstillstände führen zu einer verringerten Sauerstoffversorgung und gestörter Nachtruhe. Die Folgen: Müdigkeit am Tag, Schlafzwang, Kopfschmerzen, verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen bis hin zu Depression und Sexualstörungen wie Impotenz. Lebensbedrohlich wird das Syndrom dann, wenn es über einen längeren Zeitraum hinweg nicht behandelt wird. Die dauerhafte Unterversorgung mit Sauerstoff kann zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfall führen, die wiederum Herz, Kreislauf und Gehirn irreparabel schädigen können.

Roboterkissen im Teddy-Look
Forscher von der Waseda Universität in Tokio nahmen sich diesem Problem an. Sie entwickelten ein Gerät, genauer gesagt ein Roboterkissen in Form eines Teddys, das die Atemstillstände verhindern bzw. rechtzeitig unterbrechen soll. Der Betroffene bettet seinen Kopf auf den Bauch des Kuscheltiers. Ein Mikrofon im Kissen nimmt seine Atemgeräusche auf, ein an den Finger geklemmter Sensor misst die Herzfrequenz sowie den Sauerstoffgehalt im Blut. Die Daten werden von einem Computer ausgewertet. Sobald der Betroffene schnarcht oder die Atmung aussetzt, schnellt ein Arm des Teddys in die Höhe und aufs Gesicht des Schläfers hinab, sodass sich dieser zur Seite dreht oder aufwacht. Bei besonders starker Atemstörung wird das Kissen zum Wecker.

Lungenfacharzt kritisiert
Der deutsche Lungenmediziner Winfried J. Randerath von der Klinik Bethanien hält wenig von dem Gerät. "Wenn bei Atemaussetzern im Schlaf der Sauerstoff sinkt und das Stresshormonniveau steigt, löst das Gehirn eine meist unbewusste Arousal-Weckreaktion aus, die zur Schläfrigkeit am Folgetag führt. Eine Maschine kann vielleicht zu einem früheren Zeitpunkt wecken und dadurch Aussetzer früher beenden, die Schlafunterbrechung bleibt dabei aber dieselbe." Weitaus besser für Schlaf und Gesundheit sei es, die Ursache von Apnoe zu behandeln - also zu dünne oder verengte Atemwege zu weiten. Die Standard-Methode zur Weitung ist eine Nasenmaske, die den Luftstrom bei Bedarf verstärkt, sowie in leichteren Fällen auch eine vom Zahnarzt eingesetzte Unterkieferschiene. Ebenso bekannt wie vermutlich unbequem sind Rückenlage-Verhinderungswesten.