Fakten von

Spitalsärzte-Streit:
Einigung ohne Streik

Ausverhandelt: Einmalzahlung von 8.000 Euro je Arzt plus 85 zusätzliche Dienstposten

Ärztin hält ihren Daumen hoch © Bild: Thinkstock/iStockphoto

Am Wiener AKH hat man sich in Sachen Umsetzung der neuen Arbeitszeitrichtlinien geeinigt. Der Betriebsrat hat das Angebot des Rektorats der Medizinischen Universität Wien angenommen, wie Betriebsrat Martin Andreas am Dienstag bestätigte. Dieses sieht u.a. eine Einmalzahlung von 8.000 Euro pro Arzt vor. Der angedrohte Streik ist damit erst einmal vom Tisch.

Der Universitätsrat habe den Betrag von knapp 13 Millionen Euro ebenfalls bereits abgesegnet, berichtete Andreas. Auch mit der Stadt Wien habe man sich heute geeinigt: Hier war der Streitpunkt vor allem die Finanzierung und Umsetzung des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereiches gewesen. Nun sollen ab 1. Juli 2015 50 zusätzliche Abteilungshelfer und 35 zusätzliche Administrationskräfte für eine Entlastung des Pflegepersonals sorgen.

Die Diskussion um die Umsetzung der neuen Arbeitszeitrichtlinien im AKH dauert nun bereits mehrere Monate. Der Einigung waren mehrere - vom Betriebsrat als nicht ausreichend bewertete - Angebote des Rektorats vorangegangen. Vor allem in Sachen Gehalt spießte es sich bis zuletzt.

Streik in der Schwebe

Die derzeit durchgeführte Abstimmung über einen möglichen Streik ist davon allerdings nicht betroffen: Sie werde "unverändert weitergeführt", heißt es auf der Homepage des Betriebsrats. Denn ein "starkes Zeichen der Solidarität" sei gerade jetzt sehr wichtig. Allerdings hatte der Betriebsrat immer betont, nur streiken zu wollen, wenn es unbedingt notwendig sei. Das Online-Votum läuft noch bis Mittwoch, das Ergebnis soll am Donnerstag vorliegen.

Kommentare

günza melden

Zeitgleich mit den Gehaltsverhandlungen sollte auch das gesamte System geändert werden. Ich kenn keinen Arzt der bisher zu wenig verdient hätte. Alle haben irgendwo eine Eigentumswohnung, Eigenheim und zusätzlich noch Ferienwohnungen. Für die Vorsorge ist auch meistens genug Geld da. Den Gott in weiß hat es lange nicht mehr gegeben, jetzt wird er wieder hervorgeholt. Bei unserer drei Klassen ...

günza melden

Medizin bekomm ich es mit der Angst zu tun. Es stimmt schon, dass die Ärzte einen sehr verantwortungsvollen Job haben und wenn etwas nicht passt eventuell gleich jemand stirbt. Das trifft aber auch nicht für jede Operation oder Behandlung zu. Wenn dann einmal was passiert putzen sich die Ärzte sowieso immer ab und der Patientenanwalt ist sowieso ein Witz.

Nudlsupp melden

Bei manchen Fach- und Primarärzten sowie in Ballungszentren mögen einige Ärzte tatsächlich gut verdienen. Normale Belegärzte. Assistenzärzte und Allgemeinmediziner verdienen erschreckend wenig. Sie würden sich wundern wenn Sie wüssten wieviele Ärzte mit 2.500 bis 3.000 brutto (!) nach Hause gehen, und dafür Schicht- und Wochenendienst und eine akademische Ausbildung haben. Aber Sie haben Recht....

Nudlsupp melden

.... das System gehört grundsätzlich geändert, damit es nicht nur finanzierbar bleibt sondern auch verbindliche Leistungsstandards bekommt.

strizzi1949

Mit zusätzlichen Pflegern wird es nicht getan sein! Da braucht es zusätzliche Ärzte! Nachdem jetzt die Ärzte weniger Stunden arbeiten dürfen, darf da ja kein Versorgungsloch entstehen! Es können doch die derzeitigen Ärzte nicht die gleiche Arbeit mit weniger Stunden erledigen! Den Schülern wirft man vor, nicht rechnen zu können! Da haben sie aber ordentliche Vorbilder, was das betrifft!

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