Alles Unsinn, oder was? von

Medizin-Mythen im Check

Wahr oder falsch? Hier können Sie Ihr Gesundheitswissen testen.

Skelett in Artzkittel © Bild: Thinkstock

Nach dem Kirschenessen eine Stunde lang nichts trinken. Und auf gar keinen Fall im Dunkeln lesen. Das und vieles mehr haben uns Mama, Oma und Co. gelehrt, als wir es selbst noch nicht besser wussten. Zeit wird's die alten Weisheiten auf den Prüfstand zu nehmen. Und gleichzeitig das eigene Gesundheitswissen zu testen.

Auf Kirschen kein Wasser trinken

Mit Kirschen gefüllte Schüsseln auf einem Holztisch
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Wer nach dem Verzehr der köstlichen roten Früchte Wasser trinkt, mit dem ist nicht gut Kirschenessen. Weil er dann nämlich von schrecklichen Bauchschmerzen geplagt sein wird. So hat es uns zumindest unsere Oma gelehrt. Was zu Großmutters Zeiten vielleicht noch gestimmt hat, ist heute allerdings nicht mehr gültig. Wie das möglich ist - bleiben doch Kirschen Kirschen und Wasser Wasser? Naja, ganz so ist es eben nicht: Denn Wasser ist nicht gleich Wasser, war dessen Qualität früher weitaus schlechter als heute. So war am Bauchweh nach dem Kirsch-Wasser-Mix nicht die Kombi schuld, sondern diverse Keime und Hefepilze, die sich im Wasser tummelten.

Im Dunkeln lesen schädigt die Augen

Mädchen liest unter der Bettdecke im Schein der Taschenlampe ein Buch
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Wer im Dunkeln liest, dessen Augen müssen sich zwar mehr anstrengen und ermüden folglich rascher. Möglicherweise verursacht das lichtkarge Vergnügen auch Kopfschmerzen. Ganz bestimmt nicht aber bleibende Augenschäden, wie es uns unsere Eltern weismachen wollten, wenn wir als Kind danach trachteten, uns mit unserem Lieblingsbuch die Nächte um die Ohren zu schlagen. Wirklich ungesund ist es dagegen, stundenlang ins Helle zu starren. So zeigte eine japanische Studie, dass PC-Nutzer eher kurzsichtig werden als Personen, die keine oder wenig Zeit vor dem Computer verbringen.

Alkohol wärmt

Junge Frau friert
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Zugegeben: Dieses Argument haben uns unsere Eltern wohl nur dann geliefert, wenn sie sich selbst das eine oder andere Gläschen genehmigen wollten. Doch wie steht es nun tatsächlich um Schnaps, Wein und Co.? Helfen sie uns wirklich durch die kalte Jahreszeit? Jein. Denn Alkohol weitet die Blutgefäße, wodurch das warme Blut aus dem Körperinneren in die äußeren Regionen strömt, was zwar zu einer angenehmen Wärme in Händen und Füßen führt. Gleichzeitig wird die Wärme aber nach Außen abgegeben, wodurch unser Körper über kurz oder lang auskühlt.

Fingerknacksen verursacht Arthrose

Frau dehnt ihre Finger
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Wer regelmäßig mit den Fingern knackst, läuft angeblich Gefahr, an Arthrose zu erkranken. Arthrose bedeutet, dass der Verschleiß der Gelenke das altersübliche Maß übersteigt. Und: Arthrose kann nicht durch Fingerknacksen verursacht werden. Dennoch sollte man es hiermit nicht übertreiben. Denn beim Knacksen überdehnt man den Knorpelapparat, was wiederum dazu führen kann, dass die Gelenke auf Dauer instabil werden.

Kaugummi verklebt den Magen

Mädchen mit Kaugummiblase
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So ein Blödsinn! Demnach braucht man sich auch nicht zu sorgen, sollte der Kaugummi mal im Magen anstatt im Mistkübel landen. Denn unsere starke, aggressive Magensäure kann es mit jedem Kaugummi aufnehmen. Dennoch ist es nicht ratsam, ihn zu verschlucken. Vor allem bei Kindern besteht die Gefahr, dass sie an ihm ersticken, sollte er versehentlich in die Luftröhre gelangen.

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