Geständnisse erpresst: Terrorverdächtiger wirft US-Behörden in Guantanamo Folter vor

Vom Zeitpunkt der Verhaftung an schwer misshandelt Protokoll teilweise zensiert - Anschlag auf US-Schiff?

Ein in Guantanamo als mutmaßlicher Terrorist festgehaltener Saudiaraber hat den USA vorgeworfen, ihm mit Folter Geständnisse abgepresst zu haben. Bei einer Anhörung im US-Gefangenenlager auf Kuba sagte Abd al Rahim al Nashiri laut einem vom Pentagon veröffentlichten Protokoll, er sei gezwungen worden, eine Beteiligung beim Anschlag auf das Kriegsschiff "USS Cole" im Jahr 2000 zu gestehen.

Bei dem Angriff im jemenitischen Hafen Aden wurden 17 US-Seeleute getötet und der Zerstörer beinahe versenkt. "Vom Zeitpunkt meiner Verhaftung vor fünf Jahren an haben sie mich gefoltert", sagte der 41-Jährige laut Protokoll.

"Es geschah bei Verhören. Das eine Mal folterten sie mich auf die eine, das andere Mal auf eine andere Art. Ich sagte einfach diese Dinge, um sie zufrieden zu machen. Sie waren sehr zufrieden, als ich ihnen jene Dinge sagte."

Teile des 36-seitigen Protokolls waren zensiert. Einzelheiten zu den von Al Nashiri geäußerten Foltervorwürfen wurden nicht genannt. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Bryan Whitman, sagte, derartigen Vorwürfen werde nachgegangen. Bestimmte Passagen des Protokolls seien aus Gründen der nationalen Sicherheit geschwärzt worden.

Al Nashiri ist einer von 14 Gefangenen, die im September aus CIA-Gefängnissen im Ausland nach Guantanamo gebracht wurden. Anhörungen der 14 sollen klären, ob sie als so genannte feindliche Kämpfer eingestuft werden, die nach Vorgaben der US-Regierung auf unbestimmte Zeit festgehalten werden dürfen.

Al Nashiri ist laut Erkenntnissen des US-Geheimdiensts der mutmaßliche Drahtzieher des Anschlags auf die "USS Cole". Er soll bis zu seiner Festnahme 2002 Operationschef der Al Kaida auf der arabischen Halbinsel gewesen sein.

(apa/red)