Gespräche zwischen Fatah und Hamas:
Neue Anstrengung für nationalen Konsens

Vermittlung des senegalesischen Staatschefs Wade Suche nach gemeinsamen Haltung gegenüber Israel

Gespräche zwischen Fatah und Hamas:
Neue Anstrengung für nationalen Konsens © Bild: Reuters

In der senegalesischen Hauptstadt Dakar haben sich Vertreter der verfeindeten Palästinensergruppen Hamas und Fatah zu Versöhnungsgesprächen getroffen. Ziel sei es gewesen, Meinungsverschiedenheiten auszuräumen und "die palästinensische Familie" zu versöhnen.

Vertreter der verfeindeten Palästinensergruppen Hamas und Fatah hätten sich zu Versöhnungsgesprächen in der senegalesischen Hauptstadt Dakar getroffen. Ziel sei es gewesen, Meinungsverschiedenheiten auszuräumen und "die palästinensische Familie" zu versöhnen, hieß es in einer vom Außenministerium in Dakar veröffentlichten Erklärung. Der Dialog sei "brüderlich und direkt" gewesen. Es sei gelungen, ein "Klima des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts" herzustellen.

Vermittlung Senegals
Das Treffen der palästinensischen Gesandten kam den Angaben zufolge unter Vermittlung des senegalesischen Staatschefs Abdoulaye Wade zustande, der derzeit den Vorsitz der Organisation der Islamischen Konferenz innehat. Nach Informationen der arabischen Tageszeitung "Al-Khaleej" könnte der Dialog zwischen den verfeindeten Palästinenser-Gruppen allerdings erst Mitte kommenden Monats am Sitz der Arabischen Liga in Kairo beginnen.

Zuvor hatte ein Sprecher des senegalesischen Präsidenten gesagt, das innerpalästinensische Treffen sei der erste Teil von mehrstufigen Vermittlungsbemühungen zwischen Israelis und Palästinensern. Zunächst sollten die Palästinenser sich untereinander auf eine gemeinsame Position zum Frieden mit Israel verständigen. Die Hamas hatte ein Angebot von Abbas zu einem Dialog angenommen. Abbas will in der kommenden Woche unter anderem nach Syrien reisen, wo der Chef des Hamas-Politbüros, Khaled Mashaal, im Exil lebt.

Bruderzwist
Ein Jahr nach den blutigen Konflikten zwischen der Hamas-Organisation und der Fatah im Gaza-Streifen soll der innerpalästinensische Machtkampf beigelegt werden. Kleinere Gruppen im Gaza-Streifen hätten Gespräche mit Hamas-Vertretern geführt, hieß es aus Parteikreisen in Gaza. In diese Gespräche sollten in der kommenden Woche auch Vertreter der Fatah-Organisation von Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas einbezogen werden.

Abbas erneut Präsidentschaftskandidat
Abbas wurde von der Führung seiner Fatah-Bewegung erneut zum Präsidentschaftskandidaten gekürt, wie der palästinensische Chefunterhändler Ahmed Korei am Samstag in Ramallah mitteilte. Die Amtszeit von Abbas endet offiziell am 25. Jänner 2009. Der Präsident hat jedoch jüngst erneut gemeinsame vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen ins Gespräch gebracht. Damit will er die Aussöhnung mit der Hamas vorantreiben. Bisher wurde allerdings kein mögliches Datum für die Wahlen genannt. Abbas gewann Anfang 2005 die Präsidentschaftswahlen nach dem Tod seines Vorgängers Yasser Arafat.

Israelisch-palästinensische Verhandlungen
Unterdessen verständigten sich israelische und palästinensische Unterhändler nach Angaben Koreis darauf, mit der Erarbeitung von ersten Elementen für den Entwurf eines Friedensvertrag zu beginnen. Korei betonte, dies bedeute aber nicht, dass sich beide Seiten schon in wichtigen Fragen geeinigt hätten. Aber es wäre das erste Mal seit der Wiederaufnahme der Verhandlungen vor sechs Monaten, dass etwas zu Papier gebracht wird. "Wir haben uns mit den Israelis darauf verständigt, zu beginnen die Positionen aufzuschreiben", sagte Korei am Freitagabend vor Journalisten.

(apa/red)