Gespanntes Warten auf die Bodentruppen:
Israels Armee und Hamas rüsten für Kampf

UNO-Resolution für eine Waffenpause gescheitert PLUS: CNN-Videos zu den Auswirkungen des Konflikts

Gespanntes Warten auf die Bodentruppen:
Israels Armee und Hamas rüsten für Kampf © Bild: Reuters/Baz Ratner

Am Rande des Gazastreifens warten nach israelischen Rundfunkangaben zahlreiche Bodentruppen auf den Einmarschbefehl. Mehrere tausend Soldaten seien in Bereitschaft, darunter viele Reservisten. Der Bodeneinsatz mit starken Verbänden solle nach Vorstellung der Armee heftig und kurz sein. Die israelische Luftwaffe setzte unterdessen die Angriffe im Gazastreifen fort.

Regen und Sturm machten einen unmittelbaren Einmarsch in den Gazastreifen am Donnerstag zwar unwahrscheinlich. Das Wetter in der Region sollte den Vorhersagen zufolge aber in den kommenden Tagen aufklaren, womit bessere Bedingungen für einen militärischen Angriff gegeben wären.

Hamas in Schützengräben
Entlang der militärischen Sperrzone um den Gazastreifen rüsteten sich die israelische Soldaten in Panzern für einen Angriff. Wenige hundert Meter entfernt warteten Kämpfer der Hamas in Schützengräben auf eine Offensive. Die palästinensischen Extremisten haben angekündigt, im Falle eines Einmarschs mit einem breit angelegten Netz aus Sprengfallen und Minen der israelischen Armee hohe Verluste zufügen zu wollen.

Bei den Luftangriffen am sechsten Tag der Militäroffensive "Gegossenes Blei" wurden laut Rundfunkangaben erneut Regierungsgebäude der radikal-islamischen Hamas-Organisation beschossen. In Jabalya wurde den Berichten zufolge eine Frau getötet. Auch die Marine bombardierte von der See aus erneut Ziele der Hamas. Entlang der Grenze des Gazastreifens zu Ägypten wurden Schmugglertunnel angegriffen.

Der israelische Verteidigungsminister Barak hatte zuvor gesagt, Israel sei entschlossen, die Ziele der Militäroperation zu erreichen, nämlich den ständigen Raketenbeschuss militanter Palästinenser unterbinden. Barak betonte, die Gaza-Offensive werde "nicht kurz und nicht einfach" sein.

UNO gelähmt
Eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zur Lage in Gaza ist ohne Abstimmung über einen von Libyen vorgelegten Resolutionsentwurf beendet worden. Darin wurde zu einer sofortigen Feuerpause zwischen Israel und der Hamas aufgerufen.

Nach Angaben von Diplomaten sollen die Beratungen über einen Resolutionstext in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Ab heute gehört auch Österreich für zwei Jahre dem UN-Sicherheitsrat an. Westliche Delegierte erklärten, der von Libyen vorgelegte Entwurf sei in seiner jetzigen Form "unausgewogen".
(apa/red)