"Geschlossen für Wechsel in Führung": ORF-Betriebsräte sprechen sich für Wandel aus

Für Fiedler war Entscheidung dennoch keine einfache "Dramatische Entwicklung in Stunden vor der Wahl"

ORF-Zentralbetriebsratsobmann und Stiftungsrat Heinz Fiedler erklärt in einem internen Schreiben an alle ORF-Mitarbeiter nochmals die Beweggründe für die Wahl von Alexander Wrabetz zum künftigen ORF-Generaldirektor. Die fünf Betriebsräte im Stiftungsrat hätten ein Viertel der Wrabetz-Stimmen beigesteuert und sich damit "geschlossen zu einem Wechsel in der Führung des Unternehmens bekannt", so Fiedler in dem Schreiben.

Nicht für alle Betriebsräte sei die Entscheidung eine einfache gewesen. "Insbesondere ich als Vorsitzender des Zentralbetriebsrats bin von meiner ursprünglichen Position - von der ich nie ein Geheimnis gemacht habe - im Zuge der geradezu dramatischen Entwicklungen in den Stunden vor der Wahl abgegangen", so Fiedler. Der Christgewerkschafter hatte sich im Vorfeld für ORF-Chefin Monika Lindner stark gemacht. Bei der Wahl 2001 galt Fiedler als einer der "Königsmacher" Lindners, im ORF trug er auch den Beinamen "Lindners Schutzengel". In der ÖVP bezeichnete man am Tag nach der Wahl den Schwenk Fiedlers auf Wrabetz als "Verrat" an Lindner.

In dem Schreiben an die ORF-Mitarbeiter meint der Zentralbetriebsratsobmann nun, dass die "durchaus von parteipolitischem Interesse gezeichnete Dynamik der Mehrheitsfindung unter den Stiftungsräten" eines habe klar werden lassen: "Nur die gemeinschaftliche Unterstützung von Alexander Wrabetz durch die Belegschaftsvertreter sichert eine gesunde, konstruktive Gesprächsbasis für die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung in den nächsten fünf Jahren." Gemeinsam hätten die fünf Betriebsräte im 35-köpfigen Stiftungsrat "trotz unterschiedlicher Weltanschauungen eine ganz und gar parteipolitische Entscheidung getroffen: die der ORF-Partei - zum Wohle des Unternehmens ORF und seiner Mitarbeiter". (apa)