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Eine kleine Machtgeschichte der FPÖ

Ein Überblick blauer Regierungsbeteiligungen in Bund und Ländern seit 1970

Pühringer und Haimbuchner © Bild: APA/Fotokerschi.at/Werner Kerschbaummayr

Heute konstituiert sich der oberösterreichische Landtag und auch die neue, schwarz-blau gesteuerte Landesregierung tritt zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Damit zieht die FPÖ nach dem Burgenland im Juni innerhalb kurzer Zeit in eine zweite Regierungskoalition auf Landesebene ein. Anlass für eine Rückschau auf vergangene FPÖ-Zeiten an der Macht.

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Der erste, der die FPÖ in eine Regierung holte, war ausgerechnet der Sonnenkönig. Bruno Kreisky machte die SPÖ bei der Nationalratswahl 1970 zwar zur stimmenstärksten Partei, zur absoluten Mehrheit reichte es aber – noch – nicht. Also bildete Kreisky im März eine Minderheitsregierung, die er von der FPÖ stützen ließ. Belohnt wurden die Freiheitlichen für ihre Unterstützung mit einer Wahlrechtsreform, die die Position von Kleinparteien deutlich stärkte. Dass die FPÖ damals unter der Führung des früheren SS-Obersturmführers Friedrich Peter stand, störte Kreisky bei seinem Manöver keineswegs.

Das rot-blaue Abenteuer war freilich nicht von langer Dauer: Bereits im Juli 1971 beschloss der Nationalrat mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ seine Auflösung und setzte für den Oktober Neuwahlen an. Kreiskys Plan ging auf: Die SPÖ errang die absolute Mehrheit und behielt diese auch 13 Jahre lang.