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Klammes Österreich

Die Österreicher wollen im Schnitt 277 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben

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Die Krise wird wohl auch das Weihnachtsgeschäft zu spüren bekommen: Die Österreicher wollen heuer im Schnitt 277 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben, das sind um sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Männer sind dabei sparsamer als Frauen und die Gruppe der 36- bis 45-Jährigen dürfte am stärksten einsparen.

Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young hervor. Die Österreicher sind dabei spendabler als ihre deutschen Nachbarn, die im Schnitt nur 213 Euro ausgeben und im Vergleich zum Vorjahr neun Prozent einsparen.

Aufschwung geht zurück
Der leichte Aufschwung des Jahres 2010 ist damit zum Großteil wieder getilgt. War 2007 noch mit 326 Euro pro Konsument ein gutes Jahr für den Handel, folgte 2008 der Einbruch auf 288 Euro, 2009 dann gar nur noch 272 Euro. Das heurige Weihnachtsgeschäft dürfte laut Prognose zwar darüber liegen, im Vergleich zu 2010 bedeutet es aber auch einen Rückgang um sieben Prozent. Der Sparwille zieht sich durch alle Altersstufen, einzig die 46- bis 55-Jährigen wollen heuer mehr ausgeben. Der Einbruch bei der starken Käuferschicht der 36- bis 45-Jährigen könnte sich für den Handel besonders schmerzhaft auswirken, sagt Markus Jandl, Partner bei Ernst & Young: "Gerade diese Käuferschicht beschert dem Handel traditionell starke Weihnachtsumsätze."

Handel muss sich auf Enttäuschung einstellen
Jandl befürchtet, dass das diesjährige Weihnachtsgeschäft für den heimischen Einzelhandel eine Enttäuschung werden könnte. Besonders der Fachhandel habe Einbußen zu erwarten, Online-Händler dürfen hingegen mit leichten Anstiegen rechnen. Die Nummer eins unterm Christbaum dürften auch heuer Bücher werden, im Schnitt will jeder Österreicher 34 Euro für Buchgeschenke ausgeben. Das ist sogar ein leichter Anstieg, denn 2010 waren es noch 29 Euro. Der Anteil der Befragten, die in Belletristik oder Sachbücher investieren wollen, ist von 59 auf 64 Prozent gestiegen.

Trend zum persönlichen Geschenk
Jeder zweite verschenkt Gutscheine oder Geld, das ist deutlich weniger als im Vorjahr (62 Prozent). Im Schnitt werden dafür 49 Euro ausgegeben (VJ: 58 Euro). Für Jandl zeigt das einen Trend hin zum persönlichen Geschenk. Dazu zählt unter anderem Kleidung, jeder Zweite schenkt Dinge zum Anziehen. Immerhin 44 Prozent wollen CDs oder DVDs schenken und 43 Prozent den eigenen oder fremden Nachwuchs mit Spielsachen beglücken. Weniger populär zeigen sich in diesem Jahr Sportartikel (minus 5 Prozent) und Gesundheitsprodukte (minus 4 Prozent).

Den Gürtel enger schnallen
Die Österreicher schnallen den Gürtel enger, jeder Fünfte will maximal 100 Euro ausgeben. Männer setzen ihr Limit im Schnitt bei 265 Euro an, Frauen bei 285 Euro. Einige wenige sind aber besonders ausgabefreudig: Statt wie im Vorjahr zwei Prozent wollen heuer vier Prozent mehr als 1.000 Euro investieren. Gutverdiener wollen um ein Fünftel weniger ausgeben als 2010, Geringverdiener hingegen beabsichtigen, ihre Ausgaben für Weihnachtsgeschenke sogar zu steigern (plus 20 Prozent). Ein deutlicher Einbruch findet sich aber auch bei den Familien, die statt 327 nur noch 273 Euro investieren wollen.

Die Umfrage wurde vom Beratungsunternehmen Ernst & Young Ende Oktober unter 500 Befragten durchgeführt. Abgefragt wurden geplante Ausgaben und Geschenksvorlieben, die Ergebnisse wurden nach Geschlecht, Alter und regionalen Unterschieden aufbereitet. Die Weihnachtsbefragung wird seit Oktober 2007 jährlich erhoben.