Gesamtschule von

Die ÖVP ist sich nicht einig

Kurz vor der Wahl bricht ein parteiinterner Konflikt um die Schulformen aus

ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch © Bild: APA/Georg Hochmuth

Die Bundes-ÖVP sieht keinen Anlass für eine Kursänderung in ihrer Schulpolitik, auch wenn mittlerweile drei ÖVP-Landeshauptleute Sympathien für eine gemeinsame Schule der Zehn-bis 14-Jährigen zeigen. Die Volkspartei setze auf die Mittelschule und den Erhalt des Gymnasiums, hielt Generalsekretär Hannes Rauch am Donnerstag fest.

Zuletzt hatte sich der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer pro Gesamtschule geäußert und damit die "Westachse" mit seinen ÖVP-Amtskollegen Markus Wallner (Vorarlberg) und Günther Platter (Tirol) in Sachen Schulpolitik in die Tat umgesetzt. Wie die beiden anderen Landeshauptleute plädiert jetzt auch er entgegen der Linie der Bundes-ÖVP für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen.

Die Langform des Gymnasiums solle nur für "spezielle Bildungsbiographien" bleiben, also z.B. ein Europagymnasium mit fünf Fremdsprachen. Aber anders als die Bundes-ÖVP sei man in Salzburg der Meinung, "dass im Endausbau Realgymnasien keine Unterstufe mehr brauchen; dort reicht die Neue Mittelschule aus". In Hallein gebe es einen Schulversuch, dort werde am Gymnasium nach den Kriterien der Neuen Mittelschule unterrichtet. "Wir haben uns dazu bekannt... und machen das auch", verteidigt der Salzburger LH in den "Vorarlberger Nachrichten" am Mittwoch einen von der Bundespartei prinzipiell abgelehnten Schulversuch für die gemeinsame Schule.

Entscheidendes Thema

Die Bildungspolitik sei ein "entscheidendes Thema für die Weiterentwicklung", sagt er auf die Frage, ob sich die Bundes-ÖVP in dieser Frage bewegen solle. Am Ende müsse es gelingen, "die Standpunkte anzunähern". Dabei habe man es aber in Salzburg vielleicht auch "etwas einfacher", räumt Haslauer ein, denn dort gebe es keine Große Koalition. Haslauer hat eine Regierung gemeinsam mit Grünen und dem Team Stronach gebildet. "Etwas zurückhaltend" ist er in der Frage, ob das auch ein Modell für den Bund wäre - "aber in Salzburg wurde natürlich eine gewisse Salonfähigkeit geschaffen".

Kommentare

Wieder einmal ist die ÖVP gleichzeitig dafür und dagegen. Wir sollten diese Typen die selber nicht wissen was sie wollen, nicht mehr wählen.

brabus melden

Wen genau aus der österreichischen Bevölkerung glaubt die ÖVP mit ihrem Kurs zur Schulpolitik zu vertreten ? Die Schüler, die Eltern der Schüler oder doch nur die Lehrer ?

christian95 melden

Die ÖVP mit Neugebauer & Co wollen die Pfründe der Lehrer sichern. Ihre eigenen Kinder schickern sie in Privatschulen. Dort ist es kein Problem wenn den ganzen Tag die Kinder Unterricht werden.
Wahltag ist Zahltag!

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