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"Germany's Next Topmodel" startet

Heidi Klum geht zum neunten Mal auf Topmodel-Suche: Was heuer anders ist

Germany's next Topmodel © Bild: imago/Revierfoto

Das Finale 2015 war an Spannung kaum zu überbieten: Drama, Gefahr - und am nächsten Tag dominierte "Germany's Next Topmodel" die Titelseiten in Deutschland. Okay, dabei ging es weniger um die Show als um die Bombendrohung, die zu einem Abbruch des Finales und einer Evakuierung der SAP Arena in Mannheim führte. Aber Heidi Klums Topmodel-Sendung hatte endlich wieder Schlagzeilen gemacht.

Das fällt der Show inzwischen immer schwerer. Die jüngste Staffel verbuchte in Deutschland den niedrigsten Marktanteil beim Zielpublikum der 14- bis 49-Jährigen in der Geschichte des Formats, auch das nachgeholte Finale war mit 2,3 Mio. Zuschauern (7,5 Prozent Marktanteil) kein wirklicher Erfolg. Noch nie hatte ein regulärer "Topmodel"-Abschluss so wenige Zuschauer.

Abgenutztes Konzept

Es ist nicht zu leugnen: Das immergleiche Konzept hat sich nach mehr als zehn Jahren langsam abgenutzt. Neid und Krieg der Rivalinnen? Kennen wir schon - und den Oberzicken Fiona (Staffel zwei) und Tessa (Staffel vier) konnte in den jüngsten Ausgaben ohnehin kaum jemand das Wasser reichen. Tränenreiche Anrufe in die Heimat? Kennen wir auch. Tränen, weil die Haare geschnitten werden sollen? Sowieso! Heidi "ganz privat" beim Kochen mit den Mädels? Auch nicht aufregend. Und seit Bruce Darnell ("Die Handetasche muss lebendig sein") nicht mehr dabei ist, ist die Show ohnehin nicht mehr das, was sie mal war. Er schied schon nach Staffel zwei aus.

Was heuer anders ist

Weil womöglich auch die Macher der Sendung erkannt haben, dass "GNTM" die allerbesten Zeiten hinter sich hat, soll in diesem Jahr von diesem Donnerstag (20.15 Uhr) an alles anders sein. "Es gibt viel Neues in dieser Staffel", sagt Heidi Klum im Ankündigungs-Trailer. Einen "Battle" kündigt sie an. "Duff, duff, duff."

Dabei haben sich die Macher wohl vom ProSieben-Erfolg "The Voice of Germany" inspirieren lassen. Denn dieses Mal entscheiden Alt-Juror und Denglisch-Papst Thomas Hayo ("Sie wird für die nächste Elimination gesaved sein") und Neu-Juror Michael Michalsky per Knopfdruck, welches Nachwuchs-Model sie in ihrem Team haben wollen. Die beiden Teams treten dann gegeneinander an - ähnlich wie einst bei der gefloppten Vox-Sendung "Das perfekte Model" mit Eva Padberg und Karolina Kurkova. Designer Wolfgang Joop, der vor drei Jahren mit einem "pädagogischen Anspruch" angetreten war und zwei Staffeln durchhielt, sitzt nicht mehr in der Jury.

Es wird mehr gereist

Mehr gereist werden soll in diesem Jahr ("Berlin, Fuerteventura, Mailand, Madrid, LA, New York, Sydney - und dann wieder LA", teilt ProSieben mit) - dafür aber weniger bequem geschlafen. Die Kandidatinnen dürfen sich nämlich diesmal nicht direkt kreischend auf die Betten diverser Model-Villen werfen. Es heißt: "Mehrbettzimmer statt Suiten, Stockbetten statt Queen-Size Betten, Instant Kaffee statt Café au lait". "Ich habe am Anfang meiner Model-Karriere in Model-WGs gewohnt, etwas anderes kann man sich gar nicht leisten", wird Klum zitiert. "Welches Newcomer-Model wohnt in einer Villa, bevor es überhaupt jemals einen Job ergattert hat?"

Sollten übrigens die ein oder anderen Eltern Bedenken haben, wenn die Tochter sich Woche für Woche reinzieht, wie jungen Frauen eingetrichtert wird, dass sie sich anständig zu benehmen und gut auszusehen haben - Medienexperten halten diese Bedenken für unbegründet. Auch wenn Studien einen Zusammenhang herstellen zwischen der Sendung und Erkrankungen wie Magersucht - aus Jugendschutz-Gesichtspunkten sei die Show nicht problematisch, entschied die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) im vergangenen Jahr. Die Begründung: Wenn in der Sendung ein Satz wie "Du bist zu dick" gefallen sei, dann sei das nicht persönlich gemeint gewesen - sondern immer auf die Anforderungen als Laufsteg-Model bezogen.

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