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Germanwings-Piloten streiken:
32 Wien-Flüge betroffen

60 Prozent aller Flüge der Lufthansa-Tochter sollen aber stattfinden

Die Hecks von zwei Germanwings-Fliegern. © Bild: APA/dpa/Oliver Berg

Die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings haben seit Mitternacht die Arbeit niedergelegt. Insgesamt müssten am Donnerstag 160 von geplant rund 430 Flügen annulliert werden, sagte ein Sprecher von Germanwings. Die Mitarbeiter der Airline haben viele Gäste vorab über die Ausfälle per SMS oder Mail informiert. "Die Lage ist vollkommen ruhig." Am Flughafen Wien fallen aufgrund des Pilotenstreiks heute und morgen insgesamt 32 Flüge ausfallen, pro Tag jeweils acht An- und Abflüge. Die restlichen Germanwings-Flüge finden entweder pünktlich, verspätet oder auf anderen Flugrouten statt.

Welche An- und Abflüge - auch zu anderen österreichischen Flughäfen - bereits abgesagt worden sind, und welche stattfinden, kann auf der Webseite von Germanwings unter https://www.germanwings.com/de/informieren/aktuelle-meldungen.html ersehen werden. Germanwings hat wie berichtet konzernweit vorsorglich für die beiden Streiktage Donnerstag und Freitag zusammen 338 von 904 geplanten Flügen gestrichen.

Köln: 80 Verbindungen gestrichen

Am Flughafen Köln, der Heimatbasis der Billig-Airline, seien rund die Hälfte der insgesamt für den Tag gut 80 Verbindungen gestrichen worden, sagte ein Airport-Sprecher. Die Germanwings-Piloten streiken zwei Tage lang bis Freitagnacht. In dem Zeitraum fallen voraussichtlich knapp 40 Prozent der 900 geplanten Flüge aus. Regulär hingegen heben die Kurz- und Langstreckenflüge der AUA-Mutter Lufthansa ab, die dieses Mal nicht bestreikt wird.

Nach Angaben von Germanwings mehr als 60 Prozent aller Flüge stattfinden. "80 Prozent der Passagiere erreichen ihr Ziel", sagte ein Sprecher des Unternehmens in der Früh. Gestrichen wurden für Donnerstag rund 160 Verbindungen, am Freitag sollten etwa 180 Flüge ausfallen. Der Ausstand soll vor allem die Flughäfen Berlin, Köln/Bonn, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart treffen. In Frankfurt und München wird ein weitgehend normaler Betrieb erwartet, weil Germanwings diese Drehkreuze nur selten anfliegt.

Erste Maschinen bleiben am Boden

An den Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn blieben die ersten Maschinen in der Früh am Boden. Zu größeren Komplikationen kam es nach Angaben der Flughafensprecher aber nicht. Für Donnerstag hatte die Fluggesellschaft mehr als 80 Flüge in Nordrhein-Wetfalen gestrichen, darunter 40 Starts und Landungen am Flughafen Köln/Bonn und 44 in Düsseldorf. Die Passagiere seien im Vorfeld in der Regel sehr gut informiert gewesen. Außerdem sei nur einer kleiner Teil der Flugbewegungen am Airport von dem Streik betroffen, hieß es aus Düsseldorf.

Nach Angaben von Germanwings sollen rund 80 Prozent der mehr als 70.000 Reisenden mit Hilfe der Bahn und Umbuchungen auf andere Fluggesellschaften ihre Ziele erreichen. Ein Sprecher riet Passagieren, im Internet zu prüfen, ob ihre Verbindung ausfällt. Betroffene könnten ihren Flug dann kostenlos stornieren oder umbuchen.

Stuttgart: Hälfte der Flüge fällt aus

Am Stuttgarter Flughafen sollte fast die Hälfte der Flüge ausfallen. 34 von 80 Starts und Landungen wurden nach Angaben des Flughafens gestrichen. Am Hamburger Airport fallen voraussichtlich 21 Abflüge und 21 Ankünfte aus. Man rechne aber kaum mit Behinderungen, sagte eine Sprecherin. Durch den Umbuchungsservice des Flugunternehmens sollten die meisten Fluggäste einen Ersatzflug gefunden haben. In Berlin sollten 48 von normalerweise 72 An - und Abflügen ausfallen. Laut Informationen des Flughafens bleibt es bei diesen geplanten Streichungen, die ersten Flüge seien ausgefallen. In Hannover fallen vier von sieben Germanwings-Flügen aus.

Die Fronten in dem Tarifkonflikt sind vollkommen verhärtet. Es ist bereits der elfte Streik der Piloten seit Beginn des Arbeitskampfes im April vorigen Jahres und der Schaden summiert sich auf 200 Mio. Euro. Rund 7.400 Flüge fielen aus, 850.000 Passagiere waren betroffen. Der jüngste Ausstand ist da noch nicht mitgerechnet. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit kämpft um die Frühpensions für 5.400 Lufthansa-Piloten und gegen die Pläne des Konzerns für neue Billig-Airlines. Ein letzter Schlichtungsversuch zwischen den Streitparteien war vor Weihnachten gescheitert.

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