Germanwings Absturz von

Hoffen auf zweite Blackbox

Flugschreiber wird in Paris ausgewertet. Immer mehr Belege für Suizid-These.

Überreste des Airbus nach dem Absturz in Frankreich © Bild: Reuters/Emmanuel Foudrot

Lange wurde nach ihr gesucht, nun wurde sie von Geröll verschüttet gefunden: die zweite Blackbox, auf der nun alle Hoffnung ruht, mehr über die Ursache der Flugkatastrophe zu erfahren. Die französischen Ermittler setzen bei der Aufklärung des Germanwings-Absturzes massiv auf den zweiten Flugschreiber mit den Flugdaten. Dieser wird am Freitag in Paris bei der Untersuchungsbehörde Bea erwartet.

Die Daten des zweiten Flugschreibers der in den französischen Alpen abgestürzten Germanwings-Maschine lassen sich vermutlich auswerten. Der Zustand des Flugdatenschreibers lasse darauf hoffen, sagte der zuständige Staatsanwalt Brice Robin am Donnerstag in Marseille. Der Flugschreiber sei am Nachmittag am Berg entdeckt worden. Er sei verschüttet gewesen. Die zweite Blackbox könnte weiteren Aufschluss geben über die Abläufe im Airbus A320.

Suche nach Suizid-Möglichkeiten

Nach Erkenntnissen der Ermittler in Düsseldorf suchte der Copilot im Internet nach Suizid-Möglichkeiten und Infos über die Sicherheit von Cockpittüren. Das ergab die Auswertung eines Computers, der in der Düsseldorfer Wohnung des Copiloten gefunden wurde. Damit finden sich immer mehr Belege, dass der 27-Jährige den Todesflug länger geplant haben könnte und das Flugzeug der Lufthansa-Tochter Germanwings mit 150 Menschen an Bord womöglich gezielt in ein Bergmassiv der Alpen steuerte.

Andreas L. wird verdächtigt, den Piloten des Fluges 4U9525 aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich in die Katastrophe geführt zu haben. 150 Menschen starben.

Ausbildung mehrere Monate unterbrochen

Bereits seit kurz nach dem Absturz war bekannt, dass der Co-Pilot die Ausbildung in der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa mehrere Monate unterbrach. Lufthansa hatte mitgeteilt, er habe die Schule 2009 in einer E-Mail über eine "abgeklungene schwere depressive Episode" informiert. Er wurde danach als flugtauglich eingeschätzt.

Bei der Identifizierung der Opfer werden den französischen Ermittlern zufolge die gefundenen DNA-Profile mit Proben von Angehörigen abgeglichen. Die Arbeit soll Anfang kommender Woche losgehen. Die Angehörigen sollen bei einer Übereinstimmung rasch Bescheid bekommen.

Neue Arbeitsgruppe nach Ostern

Nach Ostern soll auch eine neue Arbeitsgruppe starten, in der Fachleute der deutschen Luftfahrtbranche über Lehren aus dem Absturz beraten. Die Gruppe soll etwa auch über mögliche Veränderungen der Regeln zur festen Verriegelung der Cockpittüren beraten.

Nach dem Absturz ist dem ARD-"Deutschlandtrend" zufolge nur eine Minderheit der Flugpassagiere in Deutschland sorgenvoller. 81 Prozent der Flugreisenden machen sich demnach beim Fliegen keine größeren Sorgen, 17 Prozent machen sich mehr Sorgen, wie die repräsentative Umfrage unter Menschen über 18 Jahren ergab.

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