Germanwings von

Absturz war Absicht

Zweite Blackbox bestätigt gezielten Sinkflug mit erhöhter Geschwindigkeit

Zerschellter Germanwings-Flieger © Bild: ANNE-CHRISTINE POUJOULAT/AFP/Getty Images

Eine erste Auswertung des zweiten Flugschreibers hat bestätigt, dass der Copilot das Germanwings-Flugzeug bewusst in den Sinkflug brachte und dabei beschleunigte. Dies teilte die französische Untersuchungsbehörde Bea am Freitag mit.

Der Autopilot sei von dem Anwesenden im Cockpit so eingestellt worden, dass die Maschine auf 100 Fuß - umgerechnet etwa 30 Meter - hinuntergeht. Während des Sinkflugs sei die Maschine zudem mehrfach beschleunigt worden. Das Flugzeug war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. 150 Menschen kamen ums Leben.

Flugschreiber war von Geröll verschüttet

Der zweite Flugschreiber war am Donnerstag an der Unglücksstelle in den französischen Alpen gefunden worden. Er war von Geröll verschüttet. Der Rekorder zeichnet Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel auf. Staatsanwalt Brice Robin hatte sofort gesagt, das Gerät lasse sich vermutlich auswerten - darauf lasse der Zustand hoffen. Die erste Blackbox - den Sprachrekorder - des Flugs 4U9525 hatten Bergungskräfte bereits am Unglückstag gefunden.

Suche nach Suizid-Möglichkeiten im Internet

Der deutsche Copilot wird verdächtigt, den Kapitän aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine absichtlich in die Katastrophe gesteuert zu haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler in Düsseldorf suchte er kurz vor dem Todesflug im Internet nach Suizid-Möglichkeiten und Infos über die Sicherheit von Cockpittüren. Das ergab die Auswertung eines Computers, der in der Düsseldorfer Wohnung des Copiloten gefunden wurde.

Flugtauglichkeit nach Depression

Bereits seit kurz nach dem Absturz war bekannt, dass der Copilot die Ausbildung in der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa mehrere Monate unterbrach. Lufthansa hatte mitgeteilt, der Copilot habe die Schule 2009 in einer E-Mail über eine "abgeklungene schwere depressive Episode" informiert. Er wurde danach aber als flugtauglich eingeschätzt.

DNA-Proben mit Angehörigen vergleichen

Bei der Identifizierung der Opfer werden den französischen Ermittlern zufolge die gefundenen DNA-Profile mit Proben von Angehörigen abgeglichen. Die Arbeit soll Anfang kommender Woche losgehen. Die Angehörigen sollen bei einer Übereinstimmung rasch informiert werden.

Erklärung im Wortlaut

Die Erklärung der französischen Luftverkehrs-Untersuchungsbehörde Bea vom Freitag (übersetzt) im Wortlaut:

"Der Flugdatenschreiber (FDR, Flight Data Recorder) ist am gestrigen Abend in die Räumlichkeiten der Bea gebracht worden. Die Teams der Bea haben gleich nach der Ankunft mit den Arbeiten zur Öffnung begonnen.
Eine erste Auswertung zeigt, dass der im Cockpit anwesende Pilot den Autopiloten genutzt hat, um das Flugzeug in einen Sinkflug auf eine Höhe von 100 Fuß zu bringen, dann hat der Pilot während des Sinkflugs mehrfach die Einstellungen des Autopiloten geändert, um die Geschwindigkeit des sinkenden Flugzeugs zu erhöhen.
Die Arbeiten werden fortgesetzt, um den präzisen faktischen Ablauf des Flugs festzustellen."

Kommentare

Urlauber2620

Diabetiker werden an den Amtsarzt gemeldet und müssen froh sein wenn sie ihren Führerschein befristet haben.
Lenker der Klassen C/C1 bekommen die Befristung, wenn überhaupt, auf 1 oder 2 Jahre und müssen danach mit einem
internistischen Befund zum Amtsarzt. Psychisch kranke Linienpiloten mit Sehproblemen werden nicht gemeldet?
Welch ein krankes System

Tavington melden

blödsinn. depression ist definitiv heilbar.

Nudlsupp melden

Die Frage hatte ich an anderer Stelle schon gesellt: War es ein Fehler daß dieser Co-Pilot trotz dieser Vorerkrankung Pilot werden konnte, oder ist die Rechtslage tatsächlich so, daß man trotz so einer Vorerkrankung voll flugtauglich ist.

buchleser melden

Blödsinn, das als "blödsinn" zu bezeichnen: Eine etwa ererbte depressive Grundstruktur ist mit Abschluss einer depressiven Episode nicht geheilt. Ein neues Akutstadium ist sehr schwierig "definitiv" auszuschließen (wie Figura zeigt).

strizzi1949

Ich möchte zu gerne wissen, was bei der Lufthansa für Ärzte das Sagen haben! Depressionen kann man NICHT heilen - man kann sie mit Medikamenten in den Griff bekommen, aber lässt man die Medikamente weg, sind sie sofort wieder da! Und ich schreibe aus Erfahrung - nicht Eigenerfahrung aber im engsten Familienkreis!

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