Geringere Einnahmen wegen Mitglieder- Schwund: ÖGB muss Gürtel enger schnallen

Gewerkschafter wollen bis Mai Sparkonzept aufstellen Refom der Mitarbeiter-Pensionszuschüsse geplant

Im Gewerkschaftsbund gibt es eine Debatte über die Aufteilung der Finanzmittel für die nächsten Jahre auf die einzelnen Gewerkschaften. Im Februar wurde dazu eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die bis Ende Mai Vorschläge erarbeiten soll. Klar ist, dass es Einsparungen geben wird müssen, wie ÖGB-Finanzchef Günter Weninger am Freitag gegenüber der APA sagte.

Bei der Reform der ÖGB-internen Pensionszuschüsse ist man sich mit den Betriebsräten indes mittlerweile weitgehend einig. Die Hauptprobleme des ÖGB: Die Zahl der Mitglieder ist in den letzten Jahren geschrumpft, womit auch niedrigere Einnahmen verbunden sind. Weiters sind die eigenen Kosten - etwa für Pensionszuschüsse - gestiegen, und die Dividenden der Gewerkschaftsbank BAWAG fließen auch nicht mehr so stark wie zuletzt.

Weninger dazu: Die Verwaltung wolle man nur mit den Mitgliedereinnahmen - rund 200 Mio. Euro - bewältigen. Wenn die Mitgliederzahl stagniere, müsse man sich eben "nach der Decke strecken". Die Finanzerträge des ÖGB verwende man für direkte Leistungen - etwa für den Katastrophenfonds oder den Streikfonds.

Dass es von Seiten der BAWAG wegen des Refco-Kreditdebakels einen Dividendenausfall gebe, bestritt Weninger. Es sei nämlich immer klar gewesen, dass die 2004 ausgeschüttete Sonderdividende - ca. 30 Mio. Euro sollen an den ÖGB gegangen sein - nur eine einmalige Angelegenheit war. Für das Jahr 2005 bekomme man wie üblich einen Dividendenanteil von zwölf Prozent, so Weninger. Die Bilanz könnte 2005 dennoch erstmals ins Minus rutschen, wie Weninger zugab.

Auf Zahlen, wie viel im ÖGB nun eingespart werden soll, wollte sich Weninger noch nicht festlegen. Klar ist aber offenbar, dass man für die Pensions-Zuschüsse der ÖGB-Mitarbeiter weniger ausgeben wird.

(apa)